Achim Greser

Der Führer privat
Arschbombe, Adolf!!

»Arschbombe, Adolf!!«

Bei einem Buchmessenempfang der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fragte der Zeichner Achim Greser den Hitlerforscher Joachim C. Fest: »Herr Fest, finden Sie nicht auch, daß man über Hitler Witze machen kann?« Die Antwort war kategorisch. »Nein«, sagte Fest und schritt indigniert von dannen.

Dennoch hat Achim Greiser weiter Witze über Adolf Hitler gezeichnet, und das ist gut so. Die Weigerung, Hitler als lächerliche Figur zu zeigen und zu sehen, die er eben auch war, liegt in der Furcht begründet, damit auch Hitlers Opfer und ihre Leiden der Lächerlichkeit preiszugeben. Die Angst ist verständlich; man möchte in dieser Sache nicht mißverstanden werden. Fests Hitlerwitzverdikt ist dennoch falsch. Man kann Witze über Hitler machen, ohne das Ansehen der von seinen Leuten Ermordeten und Gequälten herabzusetzen. Hitlers Opfer sind Opfer seiner Vernichtungsmaschinerie, nicht Opfer der Privatperson Adolf Hitler.

... und isch bin der Kaisä von Schina. Schwarzfahrn kost sechzisch Mack, fertisch!

»... und isch bin der Kaisä von Schina. Schwarzfahrn kost sechzisch Mack, fertisch!«

Diese Privatperson ist hinter Hitlers eigentlicher Propaganda komplett verschwunden. Aus gutem Grund kam Hitler privat nicht vor in der Selbstdarstellung des Dritten Reichs - da gab es nur den unermüdlich für die deutsche Volksgemeinschaft arbeitenden größten Führer aller Zeiten, den stilisierten GröFaz in lange einstudierter Pose. Alles, was das propagandistisch entworfene Hitlerbild hätte erschüttern können, war unter Verschluß. Achim Greser hat es ausgegraben. Er zeigt uns Hitler als Würstchen.

Achim Gresers Der Führer privat hat mit öffentlich beschworener Gratismoral ebensowenig zu schaffen wie mit langweiligen sogenannten »Tabubrüchen«, und neben dem Ullstein-Doppeldecker »Opa, was ist Gott?« und »Mama, was ist Auschwitz?« wird man sein Buch ebenfalls vergeblich suchen. Greser hat Hitlerbilder für fortgeschrittene Erwachsene gemacht, für Leute, die Sebastian Haffners Anmerkungen zu Hitler ebenso kennen und schätzen wie Sein oder Nichtsein von Ernst Lubitsch.

Der Führer privat


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