Dienstag, 17.April 2001, ab 20.00 Uhr Timm
Ulrichs
»das beginnende ende«
»Denken Sie immer daran, mich zu vergessen«, ließ
Timm Ulrichs für Nachwelt und Zeitgenossen in seinen
Grabstein meißeln: Für sein Ende hat er gut gesorgt,
auch in der Kasseler Künstlernekropole, wo die Hohlform
seines Körpers bereits senkrecht und kopfüber in die
Erde versenkt ist. Ulrichs arbeitet, seit seinen
Anfängen mit Konkreter Poesie und der Ausstellung als
»erstes lebendes Kunstwerk«, an seinem Lebensfilm. Und
wie sein Werk »The End«, das sich aus sechzig
Film-Enden zusammensetzt, ist auch der Abspann seines
Lebens - als Tattoo auf dem eigenen Augenlid - bereits
perfekt inszeniert. In der Lesereihe wird der
Totalkünstler - quicklebendig - aus Drehbuch und
Produktion berichten und Kostproben der Realisation
seiner zahllosen, so sprachwitzigen wie poetischen Ideen
geben (über die übrigens Anwalt und Patentamt wachen).
Timm Ulrichs, geboren 1940 in Berlin, lebt in
Hannover und Münster. Begründer der »Werbezentrale
für Totalkunst & Banalismus« (1961) sowie einer
»Kunstpraxis - Sprechstunden nach Vereinbarung« (1969).
Seit 1972 Professor für Totalkunst an der Kunstakademie
Münster. Mitglied u.a. des Deutschen Künstlerbundes und
des Bielfelder Colloquiums Neue Poesie. Seit 1961
zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen sowie Buch-
und Katalogproduktionen. Derzeit ist seine Ausstellung
»Ich, immer ich« auf Tour, wozu auch in Kürze ein
Katalog erscheint. Und das Munzinger Archiv weiß:
»Ulrichs ist unverheiratet. Er lebt wie ein Asket. Seine
Preisgelder und sein Professorengehalt steckt er in
Materialien und Kataloge... «
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