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George Tabori erhält am 9. November im Kasseler Rathaus den
Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor. Im Vorfeld der
Preisverleihung veranstaltet die Stiftung Brückner-Kühner
mit der Caricatura eine Lesung von Taboris Erzählung »Mutters
Courage« mit Gudrun Sander.
Die Erzählung »Mutters Courage« von der Verhaftung
und Rettung seiner Mutter im von den Nazis besetzten Ungarn im Sommer
1944 ist ein blutiger Witz über die Ausnahme von der Regel
im grotesken Welttheater des George Tabori.
GeorgeTabori wurde am 24.5.1914 in Budapest geboren. Er ist Autor
von Dramen, Erzählwerken, Hörspielen sowie Drehbüchern
und arbeitet als Regisseur. 1936 emigrierte er nach England, ging
1947 in die USA. Er war Schüler von Lee Strasberg, dessen Schauspielauffassung
er später im deutschen Sprachraum bekannt machte. Begegnungen
mit Bert Brecht, den Brüdern Thomas und Heinrich Mann, Theodor
Adorno und Arnold Schönberg. Seine ersten Romane und Dramen
erschienen in englischer Sprache, Filmdrehbücher entstanden
u.a. für Alfred Hitchcock (»I Confess«). Ab 1956
erfolgten eigene Theaterinszenierungen, ab 1969 Regietätigkeit
in Deutschland und Österreich (am Wiener Akademietheater u.
a. sein meistgespieltes Stück »Mein Kampf« im Jahre
1987; 1999 wechselte Tabori mit Claus Peymann zum Berliner Ensemble
nach Berlin. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. auch mit dem
Georg-Büchner-Preis im Jahre 1992.
In Kassel war Tabori bereits mehrfach präsent: Tabori selbst
hat hier 1981 Brechts »Jasager und Neinsager« inszeniert;
das Staatstheater brachte 1989 die dramatisierte Fassung der Erzählung
»Mein Kampf«; und zuletzt, im März 2001, die Uraufführung
von Taboris Stück »Insomnia«.
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