»WURST – Die Legende unter den Lebensmitteln«
 
Lesung mit Wiglaf Droste & Nikolaus Heidelbach
Termin: Samstag, 9. Dezember 2006, 20 Uhr
Ort: CARICATURA Galerie für Komische Kunst
im KulturBahnhof Kassel
  Bahnhofsplatz 1 - 34117 Kassel
Karten: Reservierung unter Tel. Caricatura: 0561 776499
  Eintritt 12,- € / vvk 10,- €

 

Es geht um die Wurst – um dieses universelle, weit unterschätzte Kulturgut, die Legende unter den Lebensmitteln. Ob Blut-, Brat-, Hart- oder Mett-, die Wurst ist in aller Munde.
Nur der liebe Gott weiß, was in ihr steckt: Auch wenn diese Redensart zum Siegeszug der Wurst beigetragen hat, löst sie heute Bedenken aus. Es ist an der Zeit, der Wurst ein bisschen auf die Pelle zu rücken.
Illustrator Nikolaus Heidelbach richtet mit seinen kulinarischen Stillleben die Kalte Platte aufs Liebevollste und Überraschendste an und Wiglaf Droste, der „Tom Waits der satirischen Schnappschüsse“ (Galore), schlägt den Bogen von der Currywurst zur Wurst als Lustobjekt, von regionalen Vorlieben zum Versuch, die Welt als Wurst zu erklären.

In der Ausstellung von Nikolaus Heidelbach „Wie im Bilderbuch“, die noch bis zum 26.12. 2006 in der Caricatura zu sehen ist, können auch einige sehr komische und eigenartige Wurstbilder im Original bewundert werden. So sieht man zum Beispiel eine ganze Horde Würstchen, die eine großer Staubfahne hinter sich ziehend durch eine Wüstenlandschaft rasen. Unterzeile: Würstchenrennen Paris – Dakar. Es ist deshalb eine ganz besondere Freude, zwei der drei Herausgeber des Wurstbuches (2006, DuMont Literatur und Kunst Verlag) zu einer Wurstlesung begrüßen zu können.
Das Buch: WURST, Hrsg. Wiglaf Droste, Nikolaus Heidelbach, Vincent Klink
160 Seiten mit ca. 40 farbigen Abbildungen, Leinen, gebunden
€ 24,90, erhältlich im gut sortierten Caricatura-Shop zur Lesung und während der Ausstellung „Wie im Bilderbuch“ von Nikolaus Heidelbach

Wie es zu diesem Buch kam – aus dem Vorwort: Einmal sollte Wiglaf Droste den neuesten Harry Potter besprechen und hatte keine Lust. Also schrieb er lieber, wie fade er den Zauberlehrling finde und wie erfreulich es wäre, würden die Kinder und Jugendlichen etwas Schöneres lesen, zum Beispiel - nein, kein Wurstbuch - Grimms Märchen, aber bitte die Ausgabe mit Illustrationen von Nikolaus Heidelbach. Von einem so scharfen Kopf empfohlen zu werden ist hocherfreulich, also rief Heidelbach bei ihm an, um sich zu bedanken. Dabei kamen sie ins längere Reden und natürlich auch auf die jeweilige aktuelle Produktion. Droste hatte soeben die 25. Ausgabe seiner mit Vincent Klink herausgegebenen kulinarischen Schrift Häuptling eigener Herd fertig gestellt und bot die Bebilderung der nächsten Nummer an. Da das Thema des Heftes noch nicht feststand, schlug Heidelbach Wurst vor. Tags darauf war die Wurst von Droste und Klink akzeptiert - es sei allerdings schade, dass man nur in schwarz/weiß drucken könne. kein Problem, sagte Heidelbach, Wurst in schwarz/weiß, das können wir. Und zeichnete rund 25 Wurstblätter, alle farbig, sie wurden trotzdem genommen. Jetzt muss man wissen, wie gerne und viel Wiglaf Droste reist und dass dies ab dem Sommer 2005 in Begleitung von 25 Wurstblättern geschah. Zuerst zeigte er sie natürlich Vincent Klink. Bei diesem Treffen kam es zu einer gewaltigen Erweiterung des Wurstbegriffs in Form eines Plans zu einem ganzen Buch über Wurst: Herstellung und Haltung - Verzehr und Verzicht - Aussehen und Ansehen - Würze und Wirkung - alles aus wenigstens drei verschiedenen Blickwinkeln angerichtet, von einem kochenden Schreiber, einem schreibenden Koch und einem hungrigen Zeichner. Lästige Einwände der Art “Wer braucht eigentlich ein Buch über Wurst?” wurden souverän ignoriert. Und noch souveräner traf Droste auf der weiteren Reise einen Verleger, der blitzartig begreifen musste, dass in seinem Sachbuchprogramm eine Lücke klaffte, die förmlich nach einem Wurstbuch schrie.

Zurück


Startseite