|
Bernd Gieseking lädt zur letzten Literaturlounge im Jahr 2005.
Erneut erweitert er nicht nur das Feld der literarischen Gäste,
sondern auch die literarischen Genres. "Unterhaltung"
hat oft ein "Gschmäckle", Buch gilt immer als edel,
aber größten Zuspruch und Verbreitung finden mittlerweile
Texte für das Fernsehen und gerade die werden als "Literatur"
oft nicht wahrgenommen oder gewertet.
Diesmal hat Gieseking zwei der erfolgreichsten deutschen Fernsehautoren
aus dem Bereich Sitcom/Comedy zu Gast, Ralf Husmann und Moritz
Netenjakob, beide waren bereits für Grimme-Preise nominiert.
Eine weitere Parallele zwischen beiden besteht darin, dass Ralf
Husmann von der Bühne kommt und in den 90ern mit dem Kabarett-Duo
Burghardt & Husmann erfolgreich war, Moritz Netenjakob geht
seit einigen Jahren "nebenbei" auf die Bühne und
verblüfft gerade mit der Bühnenshow "Meine dicke
freche türkische Familie".
Im Grunde hat jeder schon Texte der beiden "gesehen",
schließlich arbeiten sie für einige der in den letzten
Jahren erfolgreichsten Fernsehformate, aber kaum jemand kennt die
Köpfe dahinter. Ein Grund mehr, die beiden mit Bühnen-
und TV-Texten, mit abgelehnten Sketchen und einem Blick hinter die
Kulissen zu Wort kommen zu lassen.
Ralf Husmann ist heute einer der kreativen Köpfe der
Kölner Produktionsfirma Brainpool. Nach ersten Arbeiten für
Stern TV, RTL Samstag Nacht und andere war er ab 1996 Chefautor
und Producer der "Harald Schmidt Show".
Ungewöhnlich und in dieser Form einmalig in Deutschland ist
die Kombination von Autoren- und Produzententätigkeit, die
er ab 1998 als Chefautor und Produzent von "Anke" - der
Comedyserie mit Anke Engelke weiter führte. Genauso für
"Der Doc" - Comedyserie mit Ingolf Lück, und bei
"Danke Anke" - den Galas mit Anke Engelke.
Auch "Rent a Pocher" - Comedyshow mit Oliver Pocher, wird
von Anfang an von Ralf Husmann produziert. Sein neuester Erfolg
ist "Stromberg", die Comedyserie mit Christoph Maria Herbst,
mittlerweile Kult bei einer riesigen Fangemeinde, auch hier wieder
in bewährter Kombination von Produktion und Text.
Ralf Husmann lebt mit seiner Frau wechselnd in Köln und Santa
Monica.
Moritz Netenjakob ist freier Fernseh- und Bühnenautor,
im Bereich Comedy einer der Vielseitigsten. Er begann 1992 mit Sketchen
für"Hurra Deutschland" (ARD) schrieb dann Sketche
für und war Setautor bei der "Dirk Bach Show" (RTL),
er war von 1994-96 Hausautor beim "Haus der Springmaus"
(Bonn) und schrieb seit Mitte der 90ger diverse Bühnenprogramme,
u.a. für Hella von Sinnen, Bernhard Hoecker, Marius Jung, für
Cordula Stratmann, Bastian Pastewka und andere. Seit 1996 ist er
Mitautor der Kölner "Stunksitzung", der "alternativen
Karnevalssitzung". Nach Jahren als Headwriter von "Switch"
(ProSieben) schrieb er dann Bücher für "Anke"
(Sitcom, SAT 1), hier kam es zu einer ersten Zusammenarbeit mit
Ralf Husmann, er wurde Headwriter von "Mircomania" (SAT
1, silberne Rose von Montreux) und 2002 auch der "Wochenshow"
(SAT 1). Zeitgleich lagen erste eigene Auftritte als Standup Comedian,
u.a. bei "Nightwash" (WDR), Kabarett-Fest der "Wühlmäuse"
(RBB). In den folgenden Jahren entstanden Sketche für Ladykracher",
"Mensch Markus", "Die Dreisten Drei" (SAT 1),
Kinofilmentwicklungen, aber auch 12 Bücher für "Hella
& Dirk" (RTL) und 2 Bücher für "Stromberg",
wo er erneut auf Ralf Husmann traf. (ProSieben)
Moritz Netenjakob ist außerdem kreativer Kopf und Moderator
der Bühnenshow "Zu gut für's Fernsehen?! Comdey -
Autoren lesen abgelehnte Texte"
Gastgeber Bernd Gieseking wird diesmal berichten von einer Lesereise
mit der "Titanic Boygroup", bei der er als "der neue
Chefredakteur Thomas Gsella" gebucht war und dem erstaunten
Publikum vorgestellt wurde. Und natürlich fragt sich der Kabarettist
beim täglichen Blick in die Zeitungen, wer eigentlich wann
warum wovon zurücktritt, Stoiber sogar von einem Amt, dass
er noch gar nicht innehatte.
Außerdem wird er mit seinen Gästen klären, was Producer
tun, was Headwriter sind und wie man gutes und erfolgreiches Fernsehen
"macht".
|