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Gieseking begrüßt diesmal zwei ausgewiesene Journalisten,
allerdings Autoren mit eindeutigem Schwerpunkt im Komischen. Carola
Rönneburg und Ralf Sotscheck, er war Berliner, sie
lebt in Berlin, sie verantwortete lange die Wahrheit-Seite der taz,
er ist der Irland-Korrespondent der taz mit Wohnsitz in Dublin.
Seine ständige taz-Kolumne am Montag erscheint auf eben dieser
Wahrheit-Seite. Beider Wege kreuzen sich ständig, egal ob bei
der kulinarischen Kampfschrift "Häuptling Eigener Herd",
die Rönneburg als Redakteurin verantwortet, oder im gemeinsamen
Buch "Christstollen mit Guiness", ein deutsch-irischer
Christbaumtausch. Eine Berlinerin und ein Dubliner wetteifern um
die abschreckendste Weihnachtsgeschichte.
Beide zeichnet die journalistische Genauigkeit im Hinschauen aus,
die Recherche, das Hintergrundwissen und dann aber die satirische
Wendung, die sie in Wertung und Beschreibung der Sujets geben. Das
ist Literatur und großer Spaß zugleich, egal, ob der
Schwerpunkt einer Geschichte gerade mehr im Reportieren oder im
Fabulieren liegt.
Direkt vor der Urlaubszeit präsentieren beide ihre literarischen
Schwerpunkte, Sotscheck kommt mit Irland, Rönneburg mit Italien.
"Grazie mille!" - Wie die Italiener unser Leben verschönert
haben heißt das neue Buch von Carola Rönneburg.
Wir alle wissen, wenn die Eisdiele wieder aufmacht, dann wird es
Sommer. Das ist uns eine zuverlässigere Vorhersage geworden
als der Vogelflug. Carola Rönneburg erzählt Kuriositäten
und Zauberhaftes von den Italienern, die uns Deutschen das Leben
leicht gemacht haben, die uns veränderten, die auf uns Einfluss
genommen haben, wie sonst niemand aus dem europäischen Kulturraum:
der Siegeszug der Pizza, das Olivenöl und der Italo-Western,
Dolce Vita, Politik und Pasta, kulinarische Geheimnisse von al dente
bis Latte Macchiato. Und, natürlich, der Fußball. Das
ist mehr als nur Reisevorbereitung!
Daneben steht der Irland-Kenner Ralf Sotscheck. Ein Meister
der Abschweifung wie der haargenauen Beschreibung. In seiner "Gebrauchsanweisung
für Irland" erzählt er von irischen Häfen
und Harfen, von Spielhöllen und anderen heiligen Hallen. Und
immer wieder gerät er ins Plaudern, erzählt unfassbare
Begebenheiten mit kauzigen Iren in den Pubs des Landes, erzählt
von der Nationalknolle, der Kartoffel, erzählt von einem Leben
zwischen Wetten und Kirche. Ein pralles Leben. Erlebnishungrig scheint
Sotscheck das Land zu durchqueren, fast unglaublich, wo und wie
er diese skurrilen Einzelheiten findet. Sotscheck schreibt liebevoll
und gnadenlos zugleich, und unnachahmlich trägt er es vor.
Man schmeckt Guinness, wenn man ihn hört. Aber auch im Dialog
ist er zu Hause. Im seinem Buch "In Schlucken-zwei-Spechte"
erzählt ihm der legendäre Harry Rowohlt sein Leben, Sotscheck
steuert das Gespräch und steuert bei.
Auch Gastgeber Bernd Gieseking ist gern unterwegs.
Er berichtet an der Seite seiner Gäste von Griechenland, Grönland
und Gomera. Aber auch vom Straßenbahn fahren in Köln,
wo man als Autofahrer einen einmal eroberten Parkplatz erst wieder
aufgibt, wenn der Wagen zum TÜV muss.
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