Die Literaturlounge, das ComicReading, ein Litera-Lough,
das SatireSofa, ein Abend als Komik-Komplott und Kollegen-Kompott.
Bernd Gieseking hat wieder zwei grandiose Gäste aus
dem Bereich der komischen Literatur, Thomas Gsella aus Frankfurt
am Main und Claudia Schreiber aus Köln.
"Wer Robert gern hardt, dem wird auch Thomas G. fallen."
Werner Schneyder rühmte Thomas Gsella für "Charme,
Witz und sprachliche Brillanz", die Jury des renommierten Joachim-Ringelnatz-Nachwuchspreises
für Lyrik, weil er "sehr persönliche Töne gefunden
hat, dem Ernst des Lebens jene komischen Momente abzugewinnen, die
uns Leser für die Dauer eines ebenso inspirierten wie überprüfbar
gut gemachten Gedichts die Erdenschwere vergessen lassen",
und erklärte ihn zum Preisträger 2004. Auch die Frankfurter
Rundschau war ausgesprochen amused: "Sie machen Spaß,
die Gedichte Thomas Gsellas", während Freundin vor
allem seinem "genialen Wortwitz" verfiel.
Jetzt hat Gsella, Redakteur (Titanic) und Buchautor (So werde ich
Heribert Fassbender), eine Auslese neuer Gedichte zu einem großen
Sammelband bei Zweitausendeins "Generation Reim"
zusammengestellt: In sechs Abteilungen finden sich hier Verse zu
den ewigen Themen aller Dichtung ebenso wie zu sehr zeitgenössischen
und, ja, privaten Sujets.
Von der Liebe, dem Rausch, persönlichen Nöten ist eingangs
die Rede; mit Spiel und Sport und ausgelassener Heiterkeit schließt
die Sammlung noch lange nicht. Am besonnten Ende kulminiert der
Band in der moralgesättigten, von den Zeichnern Greser &
Lenz reich ins Bild gesetzten Moritat "Der arme Mann",
ein exemplarischer Lebenslauf, wie ihn nur ein Angehöriger
der Generation Reim als neuen Typus der Gesellschaft wahrnehmen
konnte.
Claudia Schreiber, geboren 1958, arbeitete nach dem Studium
als Redakteurin, Reporterin, Autorin und Moderatorin für den
SWF3 Hörfunk und für das ZDF. Heute lebt sie als freie
Journalistin und Buchautorin in Köln. Sie veröffentlichte
unter dem Namen C. Siebert das Sachbuch Moskau ist anders, 1994,
sowie den Roman Der Auslandskorrespondent, 1997
Von ihr erscheint im Frühjar 2004 "Sultan und Kotzbrocken"
bei Roman - Hanser Verlag:
Der Sultan tut rein gar nichts, außer heiraten. Er sitzt auf
seinem Kissenberg und lässt sich von seinen ungefähr hundert
Frauen bedienen. "Von vorne bis hinten, nix los hier. Macht
das Spaß?", fragt ihn sein neuer Diener. Der Sultan zuckt
bloß mit den Schultern. Er ist so ahnungslos, wie sein neuer
Diener tollpatschig ist: Immer wieder lässt der ihn von der
Kissenberg-Seilwinde - peng! - auf seinen Sultanspopo fallen. "Du
Kotzbrocken!", schimpft da der Sultan und freut sich doch heimlich,
dass endlich mal was los ist. Mit einem Diener wie Kotzbrocken könnte
das faule Sultanleben ziemlich aufregend werden
Umwerfend komisch! Sultan und Kotzbrocken stellen das Verhältnis
von Herrscher und Diener gründlich auf den Kopf. Für Kinder
- und größere Sultane.
Bernd Gieseking, Gründer und Moderator der Literaturlounge,
arbeitet gerade an seinem Hörfunk-Feature "Ostwestfalien
Aliens" und daraus bringt er Interview-Sequenzen mit, außerdem
neueste Dichtungen und vor allem sein Ostsee-Tagebuch. 14 Jahre
nach Wiedervereinigung nähert Gieseking sich das erste Mal
der mecklenburgischen Küste. Hörgenuss und Musenkuss.
|