Sonntag, 7. März 2004 um 20 Uhr
Giesekings Literaturlounge
Gäste: Thomas Gsella und Claudia Schreiber
   
Ort: Kulturzentrum Schlachthof
  Mombachstraße 12 - 34127 Kassel
Info: info@caricatura.de und 0561-776499
Karten: Reservierung und VVK in der Caricatura


Die Literaturlounge, das ComicReading, ein Litera-Lough, das SatireSofa, ein Abend als Komik-Komplott und Kollegen-Kompott.

Bernd Gieseking hat wieder zwei grandiose Gäste aus dem Bereich der komischen Literatur, Thomas Gsella aus Frankfurt am Main und Claudia Schreiber aus Köln.

"Wer Robert gern hardt, dem wird auch Thomas G. fallen."
Werner Schneyder rühmte Thomas Gsella für "Charme, Witz und sprachliche Brillanz", die Jury des renommierten Joachim-Ringelnatz-Nachwuchspreises für Lyrik, weil er "sehr persönliche Töne gefunden hat, dem Ernst des Lebens jene komischen Momente abzugewinnen, die uns Leser für die Dauer eines ebenso inspirierten wie überprüfbar gut gemachten Gedichts die Erdenschwere vergessen lassen", und erklärte ihn zum Preisträger 2004. Auch die Frankfurter Rundschau war ausgesprochen amused: "Sie machen Spaß, die Gedichte Thomas Gsellas", während Freundin vor allem seinem "genialen Wortwitz" verfiel.

Jetzt hat Gsella, Redakteur (Titanic) und Buchautor (So werde ich Heribert Fassbender), eine Auslese neuer Gedichte zu einem großen Sammelband bei Zweitausendeins "Generation Reim" zusammengestellt: In sechs Abteilungen finden sich hier Verse zu den ewigen Themen aller Dichtung ebenso wie zu sehr zeitgenössischen und, ja, privaten Sujets.
Von der Liebe, dem Rausch, persönlichen Nöten ist eingangs die Rede; mit Spiel und Sport und ausgelassener Heiterkeit schließt die Sammlung noch lange nicht. Am besonnten Ende kulminiert der Band in der moralgesättigten, von den Zeichnern Greser & Lenz reich ins Bild gesetzten Moritat "Der arme Mann", ein exemplarischer Lebenslauf, wie ihn nur ein Angehöriger der Generation Reim als neuen Typus der Gesellschaft wahrnehmen konnte.

Claudia Schreiber, geboren 1958, arbeitete nach dem Studium als Redakteurin, Reporterin, Autorin und Moderatorin für den SWF3 Hörfunk und für das ZDF. Heute lebt sie als freie Journalistin und Buchautorin in Köln. Sie veröffentlichte unter dem Namen C. Siebert das Sachbuch Moskau ist anders, 1994, sowie den Roman Der Auslandskorrespondent, 1997

Von ihr erscheint im Frühjar 2004 "Sultan und Kotzbrocken" bei Roman - Hanser Verlag:
Der Sultan tut rein gar nichts, außer heiraten. Er sitzt auf seinem Kissenberg und lässt sich von seinen ungefähr hundert Frauen bedienen. "Von vorne bis hinten, nix los hier. Macht das Spaß?", fragt ihn sein neuer Diener. Der Sultan zuckt bloß mit den Schultern. Er ist so ahnungslos, wie sein neuer Diener tollpatschig ist: Immer wieder lässt der ihn von der Kissenberg-Seilwinde - peng! - auf seinen Sultanspopo fallen. "Du Kotzbrocken!", schimpft da der Sultan und freut sich doch heimlich, dass endlich mal was los ist. Mit einem Diener wie Kotzbrocken könnte das faule Sultanleben ziemlich aufregend werden
Umwerfend komisch! Sultan und Kotzbrocken stellen das Verhältnis von Herrscher und Diener gründlich auf den Kopf. Für Kinder - und größere Sultane.

Bernd Gieseking, Gründer und Moderator der Literaturlounge, arbeitet gerade an seinem Hörfunk-Feature "Ostwestfalien Aliens" und daraus bringt er Interview-Sequenzen mit, außerdem neueste Dichtungen und vor allem sein Ostsee-Tagebuch. 14 Jahre nach Wiedervereinigung nähert Gieseking sich das erste Mal der mecklenburgischen Küste. Hörgenuss und Musenkuss.

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