1899 hatte Karl Kraus die literarisch-politische Zeitschrift »Die
Fackel« gegründet, in der er boshaft-witzige, glänzend
formulierte und immer persönliche Angriffe auf die Mächtigen
der Politik, Wirtschaft und Kultur veröffentlichte. - Während
des 1. Weltkriegs schrieb der vehemente Pazifist Kraus an dem gewaltigen
Drama »Die letzten Tage der Menschheit«, das in einem
Vorspiel und fünf Akten die viereinhalb Kriegsjahre erzählt
und kommentiert.
Vorgeführt, kritisiert und karikiert werden Figuren aus allen
Schichten der Gesellschaft und vor allem die wichtigtuerische Presse.
Den Journalisten gibt Karl Kraus einen wesentlichen Teil der Schuld
am Krieg.
Die polemische und satirische Auseinandersetzung mit Korruption und
Cliquenwesen in der Politik, sowie die Angriffe gegen die Macht der
Medien in der Gesellschaft ist für uns heute erschreckend aktuell,
die sprachliche Genauigkeit und Virtuosität bereitet Vergnügen
und drängt danach, vorgelesen zu werden.
Sabine Wackernagel ist ehemaliges Mitglied des Kasseler Staatstheaters
und arbeitet seit 1995 freischaffend: Gast in Bonn, Hannover und
Braunschweig. Sie ist bei Funk und Fernsehen tätig.
Valentin Jeker war leitender Regisseur am Staatstheater Kassel
und ist jetzt Regisseur in Bonn, als Gast in Bochum, Berlin und
Wien.
Katharina Wackernagel ist Schauspielerin bei Fernsehen und Film,
lebt in Berlin.Für die Hauptrolle in »Tanja« erhielt
sie den Goldenen Löwen. Seit 2001 ARD-Reihe »Blochs Fälle«,
2003 in »Das Wunder von Bern«.
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