18./ 19./ 20.Dezember 2003 - 20 Uhr
2./ 3./ 4./ 5. Januar 2004 - 20 Uhr
Bernd Gieseking
 
AB DAFÜR! – Der satirische Jahresrückblick 2003
 
Ort: CARICATURA Galerie für Komische Kunst
  Bahnhofsplatz 1 - 34117 Kassel
Info: info@caricatura.de
Karten: Reservierung und VVK in der Caricatura


Jubel und Jubiläum. Zum zehnten Mal bereits, seit 1994, präsentiert Bernd Gieseking seinen Jahresrückblick. Was mit 2 Vorstellungen, angeregt und organisiert von der Caricatura Kassel, in einem Nebenraum der Documenta-Halle begann, ist inzwischen jeweils eine zweimonatige Tournee vor ausverkauften Häusern.

Irgendwann, meist so um den 31.12. ist es vorüber - das Jahr. Da fehlt nur noch eins - die Bilanz. Giesekings satirischer Jahresrückblick - Ab dafür! Jeweils im Dezember und Januar ist Gieseking mit diesem Programm auf Tour. Satiren, Humoresken, Kommentare und Nonsens über den alltäglichen Wahnsinn. Eine rasante Achterbahnfahrt durch die letzten zwölf Monate.

Und nun? 2003? Deutschland sucht den Superstart. Aber der Motor springt nicht an. Nur Michael Schumacher ist ins Ziel gekommen. Und auch das denkbar knapp. Als Achter Erster geworden. Die Regierung Schröder spielt solange im Sandkasten mit Reförmchen, und die Opposition haut ihnen alles wieder kaputt. Nur die Olympiabewerbung der Stadt Leipzig läuft dagegen wie geschmiert. Die meisten Genossen reagieren verschnupft bei den Reformen. Das kann sich Friedmann nicht mehr erlauben. Der wurde trocken gelegt und kommt frisch geföhnt und nun nicht mehr mit gegelten Haaren.
Gieseking lässt das alles kalt. "Das mit der Rente ist ne Ente" sagt er. Gieseking hatte per Post eine Rentenauskunft bekommen, die er nicht haben wollte und hat festgestellt, daß der austragende Postbote eine lohnendere Partie ist als er selber.
In seinem "Medientagebuch" trauert er um Antje, die Walrossdame des NDR, hält im Supersommer 2003 Leergut zurück und muß feststellen: 56% der Deutschen halten Aldi-Gründer Theo Albrecht für wichtiger als Autoentwickler Ferdinand Porsche. Dabei würden 98,6% lieber einen Porsche fahren als bei Aldi einkaufen.

2003. Eine Entlassungswelle erfaßt das Land. Ole von Beust entlässt Ronald Schill. Verteidigungsminister Peter Struck entlässt General Günzel. Dieter Bohlen entlässt Thomas Anders. Nein, anders. Eigentlich hat ja Herr Hohmann von der CDU dafür gesorgt, dass Herr Günzel entlassen wurde. Und dann hat Frau Merkel Herrn Hohmann ausgeschlossen. Das war bis dahin ausgeschlossen.
Herr Mehdorn wurde nicht entlassen, bekam aber für "den Fall, das" noch eine vorzeitige Vertragsverlängerung. Vielleicht, weil die Deutsche Bahn im März 2003 den Innovationspreis der Deutschen Tourismuswirtschaft bekam, obwohl Karneval schon vorbei war.
LKW-Maut und Dosenpfand, das eine gibt es noch nicht, das andere immer noch, beides aber ein Durcheinander erster Güte. Ein Jahr großer Kontinuitäten. Der Krieg im Irak dauert an, Jörg Schönbohm, Brandenburgs Innenminister sagte dazu: "Nachdem der Krieg ausgebrochen war, war er unvermeidlich!" Und das stimmt. Die Massenvernichtungswaffen, die der Kriegsgrund waren, waren von Georg Bush entweder nicht gefunden oder vom Iraker einfach zu gut versteckt worden. Aber wenigstens fielen diesmal die Rosenmontagszüge nicht aus!

Vieles wird besser. Deutschland ist Exportweltmeister! Die Wirtschaft floriert, denn deutsche Hennen legten ein Ei mehr als im Jahr zuvor.
Gieseking war im ICE unterwegs und ist im Speisewagen (italienische Wochen!) Silvio Berlusconi begegnet und hat ihm Liebeslieder abgelauscht. Überhaupt - die Kultur blüht. Deutschland ist wieder das Land der Dichter und Denker. Daniel Kübelböck ist auf Platz 16 der "wichtigsten Deutschen". Dieter Bohlen ist auf Platz 1 der Bestsellerliste. Wolf Biermann, der nur Russisch kann und kein Wort Englisch spricht, übersetzt Bob Dylan. Und Bernd Gieseking hat Schröders Rücktrittstagebuch gefunden. Ab dafür!

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