Kulturmagazin (k)
Caricatura
Agent provocateur

 

Die Caricatura hat Tomi Ungerer, den bekennenden Euromanen und agent provocateur, geladen und präsentiert nun anhand von sechzig Originalwerken seine pointierte Sicht auf die Rolle des Elsass in den deutsch-französischen und europäischen Beziehungen. Ein Thema, wozu der gebürtige Straßburger (dort geboren im Jahre 1931) einiges beizutragen hat, zumal für ihn das Elsass "ein Europa in verkleinertem Maßstab ist".

Am Anfang stand jedoch die Abkehr. Nach dem Schulabschluss bereiste er ganz Europa und verbrachte dann ein Jahr in Algerien bei den französischen Kamelreitertruppen, bevor es ihn 1957 erst nach New York, danach auf eine Farm in Kanada und letztlich nach Irland verschlug. Mit der Distanz eroberten ihn nostalgische Gefühle, die er in malerischen Bildern, die ein mythisches und ideales Elsass zeigen, verarbeitete. In den Achtzigern verändert sich Ungerers Sichtweise auf seine Heimat. Nach wie vor stolz auf die Besonderheiten der Region - "Ich bin Elsässer, nicht Franzose und auch nicht Deutscher", so Ungerer - wird er nun kritischer und satirischer. Neben der aktuellen elsässischen, d.h. europäischen Sandwich-Situation, eingefasst von Frankreich und Deutschland, ist es immer auch der Zweite Weltkrieg, den Ungerer in seinen Werken verarbeitet. So stellt er z.B. den Schulterschluss der Nachbarländer mittels eng beieinander stehender Grabkreuze mit den jeweils landestypischen Stahlhelmen dar.

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