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RU
DI HU
Der Münchner
Exzeptionalist Rudi Hurzlmeier, der sein malerisches Werk unter
dem Label Ru di Hu veröffentlicht, zeigt ab 10. Juli 2003 die
wesentlichen Sujets seiner Arbeiten der letzten drei Jahre: Frauen
- Pferde - Vögel. Ein Hauptteil dieser Schaffensperiode wurde
bislang exklusiv vom Frankfurter Satiremagazin TITANIC veröffentlicht.
Unter dem zweideutigen Begriff "Animalische Malerei" werden
nun, erstmals gemeinsam, die großformatigen Originale von
der Caricatura - Museum für Komische Kunst im Frankfurter Museum
ausgestellt.
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Die Gemälde von Ru di Hu wirken auf Anhieb fast wie eine Verhöhnung
der bildnerischen Avantgarde oder wie ein scherzhafter Gegenentwurf.
Farbenrausch, lustvolle Linienführung, lyrische Ungezwungenheit
und wohlberechneter Effekt verweisen andrerseits geradewegs aufs Spät-Barock.
Tatsächlich teilt Ru di Hu, trotz seinen gänzlich unakademischen
Malweise, eine ganze Reihe ästhetischer Grundanschauungen mit
großen Frauen und Pferdemalern dieser Epoche wie Velasques und
Rubens und nennt seinen eigenen Stil gelegentlich "baroccesque"
bzw. "rokokoesque".
Im Italienischen bedeutet "barocco" der Stein des Anstoßes.
Entsprechend definiert das "Dictionaire de Travaux" (1771)
"barock" als Synonym für "bizarr" oder "exzentrisch".
Darüber hinaus offenbart das Oevre von Ru di Hu aber auch eine
verwegene, politische Ambition.
Der geistreiche Künstler huldigt nicht nur gefühlstrunken
draller Körperlichkeit und verherrlicht das dampfende Ross, den
schillernden Vogel per se, sondern beschwört, folgenschwerer,
quasi den Primat von Flora und Fauna gegenüber jeglicher zivilisatorischer
Hervorbringung (inklusive der Kunst selbst).
Dieser Anspruch mag sehr futuristisch anmuten, markiert aber endlich
wieder einen radikalen gesellschaftskritischen Ansatz in der temporären
Kunst. Und das dürfte den speziellen Witz hinter dem "komischem
Symbolismus" von Ru di Hu ausmachen. Animalisch, also triebhaft,
sinnlich, ungeniert, erscheinen dabei auch die erzählerischen
Komponenten seiner Bilder.
Die Kunst von Ru di Hu gründet im Dissens zum Erhabenen, doch
erschöpft sie sich nicht im antithetischen Reagieren und eindeutigen
Provokationen, sondern spielt mit Assoziationen und Ähnlichkeiten,
pflegt den Unsinn und führt vor, dass Normenlosigkeit den Erfindungsgeist
beflügelt und Unmoral Vergnügen macht.
Pressestimmen:
Ein Satz über Ihre Arbeit: Was tun Ihre Bilder?
"Meine Bilder tun mir wohl. Günstigenfalls auch anderen."
Sächsische Zeitung, November 2002
"Es sei diskret darauf hingewiesen, dass sich Mimosen und andere
Übelnehmer nicht als Konsumenten dieser Bilder eignen. Man muss
schon von Fall zu Fall etwas härter im Nehmen sein, dann ist
Hurzlmeier auch groß im Geben."
Frankfurter Neue Presse, Juli 2002
am 10.07.2003
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