Chlodwig Poth

»Euch werd ich's zeigen«

Jubiläumsausstellung zum 70sten Geburtstag vom 13. August bis zum 15. Oktober 2000
 

Der in Sossenheim bei Frankfurt lebende Cartoonist7 Zeichner und Romanautor Chlodwig Poth feierte am 4. April seinen 70sten Geburtstag. Seit über 50 Jahren begleitet und dokumentiert der 1930 in Wuppertal geborene Satiriker die Geschichte der Bundesrepublik. Aneinandergereiht reichen seine Zeichnungen, Comics, Cartoons, Hassblätter getuschten Aquarelle, Ölbilder und Stadtschaften, seine Romane, Hörspiele, Märchen und Kurzgeschichten von 1945 bis 2000. Chlodwig Poth
Das Buch zur Ausstellung
 Das Buch zur Ausstellung
Poth, eine lebende Satirelegende, ist der einzige Mensch der Welt, der in seinem Leben gleich zwei Satiremagazine mitgegründet hat; 1962, zusammen mit Hans Traxler und den Verlegern Bärmeier & Nikel, die Monatszeitschrift pardon, und 1979, zusammen mit Waechter, Knorr, Traxler und Gernhardt, das endgültige Satiremagazin Titanic. Zählte man seine 1947 gegründete Ein-Mann-Zeitschrift »Der Igel« hinzu, wären's sogar drei.
In den Luftschutzkellern Berlins entstanden 1944 erste satirische Zeichnungen, in den fünfziger Jahren veröffentlichte er seine ersten Bücher, in pardon entwickelte er neue komische Bildtechniken vom Fotocartoon bis zum Romankompress, in den Siebzigern erreichte er mit der Alternativmilieustudie »Mein progressiver Alltag« hunderttausendfache Auflagen. Und seit über zehn Jahren ist in der »Titanic« sein einmaliger, Monat für Monat wachsender Vorstadtbilder-Zyklus »Last Exit Sossenheim« zu sehen. 1990 erschien sein Buch »50 Jahre Überfluß«, der erste vollständig durchgezeichnete Roman der deutschen Literatur- und Cartoongeschichte.

Von früh an hat sich Poth dem »harten Dienst am Zeitgeschehen« verpflichtet - und den versieht er bis heute unerbittlich. Als Satiriker, so Poth, sei man ein Berufsärgerer: »Du wachst morgens auf, bist eigentlich guter Laune, es ist ein schöner heller Tag - und dann mußt du dich hinsetzen und dich über irgendwas ärgern.« Was ihm aber anscheinend -betrachtet man sein umfangreiches Lebenswerk - nicht schwer fällt.

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