|
Poetisch-skurrile Wort- und Bilderspiele sind das Markenzeichen
des Zeichners Bernd Pfarr. Im Deutschen Wald oder am Mittelmeer.
In Industrievierteln oder auf dem Sofa. Die Szenerie, in der die
armen Helden des Karikaturisten Bernd Pfarr sich bewähren müssen
zeigt: Es geht aufs Ganze. Und dann immer schief. Woran liegt das?
Vermutlich einfach am Leben.
Pfarrs bis zu einem Quadratmeter großen Ölgemälde erheitern
durch Verfremdung und Übertreibung. So sieht man einen heulend das
Maul aufreißenden Hund nachts vor einem Haus mit Glockenturm sitzen,
und darunter steht in Pfarrs feiner Sprache: Als Purzel gewahr wurde,
wie wenig er im Leben bislang gemäß Kants kategorischen Imperativ
gehandelt hatte, überkam ihn großes Wehklagen.
»Der Pfarrsche Frabeffekt (Farbeffekt) widerspricht der traditionellen
Ökonomie des Komischen: größte Wirkung bei geringstem Aufwand. Bei
Pfarr herrschen im Bild Überfluß und Überschuß. Wir kriegen immer
mehr an Farben und Formen, als der Witz benötigt. Hochexpressive
Kompositionen serviert er uns wie mit linkt, mit leichter Hand.«
F.W. Bernstein
Pfarr polarisiert. Weder sensationelle Enthüllungen noch schockierende
Fotos haben die Leserschaft des Zeitmagazins so umgetrieben wie
Pfarrs gemalte Cartoon, schreibt Christoph Siemens im Vorwort zum
Ausstellungskatalog.
|