Krügers Finest
Stones & more...


Sebastian Krüger hat es geschafft: Schon Anfang der neunziger Jahre gelang dem heute 39-Jährigen mit seinen Stones-Portraits der internationale Durchbruch. Inzwischen avancierte Krüger zu einem der gefragten Karikaturisten und Portraitmaler mit regelmäßigen Veröffentlichungen in Europa und den USA. boulevard AIRPORT hat Sebastian Krüger zu einem Interview getroffen.

Herr Krüger, was bedeutet Ihnen malen?

"Diese Form der Kreativität ist meine Art, mich auszudrücken. Ich glaube, das ist für mich ein Ventil, um Aggressionen los zu werden. Malen und Zeichnen besitzen bestimmt für jeden Künstler ein stark therapeutische Wirkung."

Erinnern Sie sich noch mal, wann Sie zum ersten Mal gezeichnet haben?

"Da war ich wohl drei Jahre alt. Ich stamme aus einer künstlerisch "vorbelasteten" Familie, daher wurde mein Zeichentalent schon früh erkannt und gefördert."

Wie entsteht Ihren Händen ein Bild?

"Das Bild existiert zunächst im meinem Kopf. Ich male dann so lange, bis das Bild auf der Leinwand mit meiner Vorstellung identisch ist. Der Atelierboden ist mit Fotos der betreffenden Person übersät."
"Die Person, die ich zeichne oder male sollte vor allem ein interessantes Gesicht und Ausstrahlung besitzen. Ich versuche, alles über die Person zu erfahren, sammle alle Informationen, die ich über den- oder diejenige erhalten kann. Musiker male ich besonders gern, denn mit ihnen kann ich mich gut identifizieren. Ich schlüpfe in die andere Person hinein. Ein Bild trägt für mich den Charakter eines Selbstpotraits, es drückt immer auch etwas von mir aus."

Ist Sebastian Krüger ein kreativ-chaotischer oder eher ein disziplinierter Künstler?

"Das hängt stark vom Bild ab. Ist der Zeitdruck groß, etwa bei einer Auftragsarbeit, habe ich einen geregelten Tagesablauf und erlege mir eine große Disziplin auf. Oft muss ein Motiv, vor allem eine Karikatur, innerhalb von zwei Tagen nach Auftragserteilung beim Kunden vorliegen. Wenn ich hingegen für mich selber male, folge ich ausschließlich meinem Gefühl. Ich habe viele Bilder im Kopf, aber sie müssen reifen, ehe ich damit beginnen kann sie zu malen."

Sie sind als Karikaturist etabliert, haben sich aber auch als Portraitmaler einen Namen gemacht. Wo liegt für Sie der Unterschied zwischen Karikatur und Portrait?

"Ich nehme da eigentlich gar keinen Unterschied wahr. Für mich sind die Übergänge fließend. Es verschieben sich lediglich die Schwerpunkte."

Was reizt Sie an der Karikatur?

"Karikaturen sind überzeichnete Wahrheiten, gezeichnete Satiren. Grundsätzlich interessiert mich bei einer Karikatur die Frage, inwieweit ich ein Gesicht verzerren kann und die Betrachter die Person trotzdem auf den ersten Blick erkennen. Für mich ist die Karikatur gelungen, wenn die Leute sagen: "Um Gottes Willen, nein!"

Wie reagieren die, die von Ihnen karikiert werden?

"Unterschiedlich. Manche reagieren gar nicht, andere wiederum, rufen an, um mir das Bild abzukaufen. Häufig kommen Prominente auf mich zu mit der Bitte, ein Portrait von Ihnen anzufertigen. Zum Beispiel Manfred Krug oder Mike Krüger, für die ich ein Plattencover gestaltet habe.

Herr Krüger, Sie besitzen eine große Nähe zu dem Rolling Stones, sowohl in Ihrem Werk als auch persönlich.
Wie kam es dazu?


"Ich bin ein großer Stones-Fan. Das hat mit Keith Richards angefangen, den ich früher sehr oft gezeichnet habe. Ende der Achtziger mein damaliger Agent mit einer Arbeitsmappe von mir zum Stones-Manager nach London geflogen. Richards fand sofort Gefallen an den Bildern. 1990 gab es dann das erste Treffen mit Keith Richards und Ron Wood im Backstage-Bereich. Wir haben uns auf Anhieb verstanden, ich glaube, wir sind Soulmates. Ich besuche die beiden ab und zu."

Ab dem 10. Juni werden im Mövenpick-Foyer im Flughafen fünfzehn Ihrer Werke zu sehen sein. Welchen Schwerpunkt haben Sie bei der Auswahl der Motive gesetzt?

"Es ist natürlich schwer, bei dieser relativ geringen Anzahl einen Querschnitt zu zeigen; ich habe aber versucht, einerseits Bilder auszuwählen, die der ein oder andere schon mal gesehen haben könnte und anderseits aber auch relativ unbekannte Arbeiten von mir zu zeigen, die in das Foyer passen und Besucher dort interessieren könnten."

Die Ausstellung ist ab dem 10. Juni bis 28. August 2003 im Foyer des Mövenpick Konferenz Center in Terminal B am Hannover Airport zu sehen. Öffnungszeiten mo. - fr. 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr, sams. geschlossen, sonntags 10:00 Uhr - 17:00 Uhr.

Zu sehen sind Sebastian Krügers Werke außerdem vom 5.9. bis 16.11 im Karikaturmuseum "Caricatura" im Kasseler Hauptbahnhof unter dem Motto "Krügers Kapital", und vom 18.5 bis 12.10 im Karikaturmuseum in Krems, Österreich, mit dem Titel "Krüger Showdown".

Zum Schluß eine Kurzbiographie:

Sebastian Krüger wurde am 30. Juni 1963 in Hameln geboren. Nach seiner Schulzeit begann er 1982 ein Studium im, Fach Malerei an der Hochschule für bildende Künste in Braunschweig. Seit 1986 ist der Künstler freiberuflich als Karikaturist, Illustrator und Maler tätig. 1989 erschien die erste Publikation über seine Arbeiten; weitere folgten, und seit 1992 sind auch Kunstkalender von Krüger erhältlich. Er gestaltete Titelblätter und Illustrationen für Zeitschriften wie Stern, Der Spiegel, Capital, Musik-Express/Sound, Kowalski, Petra, L'Espresso, Playboy, Penthouse. Überdies entwarf Krüger Covers für LP's und CD's. Ausstellungen seiner Werke über die Rolling Stones und die seiner Stars wurden im In- und Ausland gezeigt. Mit den Rolling Stones verbindet Krüger seit vielen Jahren eine besondere persönliche Freundschaft. Der Künstler lebt in Springe bei Hannover.

Link auf Homepage: www.sebastiankrueger.com

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