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Von
der Bildenden Kunst ist man ja einiges gewohnt, aber daß nun
sogar über Ernst Kahl, den Kardinalveräppeler der Hochkunst,
wissenschaftliche Arbeiten geschrieben werden (wie aus gut informierten
Kreisen bekannt wurde) grenzt an Blasphemie. Blasphemisch sind seine
Bildchen allemal. Und die erwürdigen Gemälde der Staatlichen
Kunstsammlung erzittern vor- Lachen! Ja Lachen! Das nennt man Humor,
denn wenn zwar nicht Bilder über sich selbst lachen können,
aber wir, die Kenner, dann drehen sich die Meister der Werke im
Grabe um. Auf der Eintrittskarte zum Bali-Kino ist auf der Rückseite
ein "Werk" von Ernst Kahl zu sehen. Ein Maler, man erkennt
ihn an der Baskenkappe, versucht sich an einem "Handbild"
also einem Bild seiner rechten Hand, die er, um sie als Vorlage
benutzen zu können, erstmal abgehackt hat. Ist das Humor? Alles
für die Kunst? Bekanntlich hat van Gogh sich ja sein Ohr abgeschnitten.
Und wenn die These von de kathartischen (seelenreinigenden) Wirkung
der Kunst ernstkahlzunehmen ist, dann ist das doch! Sein Thema,
die Bildende Kunst, gleicht ein bißchen dem, was Moers macht:
Das kleine Arschloch in Öl. Auch wenn Kahls Bilder oft ölig
aussehen, so ist doch sein Duktus irgendwie doof. Er ist eben doch
nicht so der "richtige" Künstler, kein Vorreiter
der künstlerischen Formalismen, kein Avantgardist. Ernst Kahl
ist laut offiziellem Flyer seiner Band ein "erbärmlicher
Schlagzeuger", und er ist so etwas wie ein Avantigardist. Und
witzig sind seine Sachen ja auch. Besonders das besoffene Häschen
in Rotweinsoße.
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