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121 Meisterverarschungen - Ernst Kahl in der Caricatura-Galerie

 

Von der Bildenden Kunst ist man ja einiges gewohnt, aber daß nun sogar über Ernst Kahl, den Kardinalveräppeler der Hochkunst, wissenschaftliche Arbeiten geschrieben werden (wie aus gut informierten Kreisen bekannt wurde) grenzt an Blasphemie. Blasphemisch sind seine Bildchen allemal. Und die erwürdigen Gemälde der Staatlichen Kunstsammlung erzittern vor- Lachen! Ja Lachen! Das nennt man Humor, denn wenn zwar nicht Bilder über sich selbst lachen können, aber wir, die Kenner, dann drehen sich die Meister der Werke im Grabe um. Auf der Eintrittskarte zum Bali-Kino ist auf der Rückseite ein "Werk" von Ernst Kahl zu sehen. Ein Maler, man erkennt ihn an der Baskenkappe, versucht sich an einem "Handbild" also einem Bild seiner rechten Hand, die er, um sie als Vorlage benutzen zu können, erstmal abgehackt hat. Ist das Humor? Alles für die Kunst? Bekanntlich hat van Gogh sich ja sein Ohr abgeschnitten. Und wenn die These von de kathartischen (seelenreinigenden) Wirkung der Kunst ernstkahlzunehmen ist, dann ist das doch! Sein Thema, die Bildende Kunst, gleicht ein bißchen dem, was Moers macht: Das kleine Arschloch in Öl. Auch wenn Kahls Bilder oft ölig aussehen, so ist doch sein Duktus irgendwie doof. Er ist eben doch nicht so der "richtige" Künstler, kein Vorreiter der künstlerischen Formalismen, kein Avantgardist. Ernst Kahl ist laut offiziellem Flyer seiner Band ein "erbärmlicher Schlagzeuger", und er ist so etwas wie ein Avantigardist. Und witzig sind seine Sachen ja auch. Besonders das besoffene Häschen in Rotweinsoße.

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