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Ernst Kahls stilistisch, technisch und thematisch außergewöhnlich
vielseitiges und abwechslungsreiches Werk beinhaltet Malerei auf
Leinwand und Holz, Aquarelle, Zeichnungen und Mischtechniken verschiedenster
Art bis hin zur lavierten Sepia-Federzeichnung, bearbeitete Fotos
und Fotoromane, Objekte und Installationen, aber auch - weitere
Arbeitsbereiche von ihm - gezeichnete Drehbücher, Kurzfilme,
Texte und Musik. Innerhalb der Bildenden Kunst bedient er sich
formal sowohl des prächtigen Tafelbilds als auch des Cartoons
und der Bildergeschichte und adaptiert für seine Zwecke die
verschiedensten Bildgattungen und Motive der "Hochkunst".
Kahls vielfältige Bezugnahme auf die Kunstgeschichte - stilistische
und motivische Zitate, Umdeutungen oder Kontradiktionen - soll
in der Ausstellung mit der Gegenüberstellung von Reproduktionen
der entsprechenden historischen Bilder veranschaulicht werden.
Komik trifft auf Kunstgeschichte, etwa so: Thomas Gainsborough
und Ernst Kahl, Abendfrieden hier wie dort, Menschen in der Harmonie
romantischer Landschaft. Wo aber "Mr. and Mrs. Andrews"
samt Jagdhund und Schießgewehr unbehelligt ins Abendrot
sinnieren, stört bei Kahl ein Dritter das Idyll: ein Gehenkter
baumelt am Galgen, von spielenden Kindern zur Schaukel umfunktioniert.
Kahls pointierte Interpretationen kunsthistorischer Themen und
Motive zeitigen in der Konfrontation mit den Altmeistern überraschende
Effekte. Wo eben noch Erhabenheit und Pathos walteten, ersteht
plötzlich das Komische: kurios, skurril, bizarr - alles ist
möglich.
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