JAMIRI

Der in Essen lebende Jan-Michael Richter, JAMIRI, ist einer der bekanntesten Comiczeichner Deutschlands.

Schon als Kind hat JAMIRI Comics gezeichnet: Mit Buntstiften, Markern, Pinseln, aber auch mit der Airbrush-Pistole: "Meine Großmutter schenkte mir zu Weihnachten die erste ‚Spratze', eine Badger 100 GXF." JAMIRI experimentierte mit der freihändigen Technik und eiferte den japanischen Hyperrealisten nach. Später, als Student, wurde er ein gefragter Airbrush-lllustrator, der im Auftrag von Werbeagenturen für Katzenfutter, Waschmittel und Autos Illustrationen herstellte. "Ich war recht gefragt, ich verdiente gut...und ich hasste es!", sagt JAMIRI heute rückblickend.


1990 begann er, Comics für ein lokales Kulturmagazin zu zeichnen. In dieser Zeit schuf er sich auch sein zweites Standbein, auf das er bis heute nicht verzichtet: die Gastronomie: "In erster Linie habe ich das Zapfen wegen des Spaßes angefangen. Insgesamt bin ich jetzt seit 13 Jahren in der Gastronomie." Mittlerweile ist er Teilhaber des Restaurants Haferkamp in Essen und gibt dort immer noch gerne den "Gelegenheits-Barmann".

Seine Comics stellt JAMIRI seit kurzem komplett digital her und arbeitet dabei mit einem Interactive Pen Display von WACOM - auf dem Weg vom Pinsel zur papierlosen Zeichnung. JAMIRI kann direkt auf dem Bildschirm entwerfen, zeichnen und kolorieren. Eine Revolution, "ein ergonomischer Quantensprung" sagt er selbst und ist begeistert. In der Ausstellung sind Beispiele für die Bildschritte vom Entwurf bis zur fertigen Zeichnung zu sehen.

In JAMIRIs Comics spiegelt sich seine Lebenswelt - er selbst, seine Frau und einige Freunde sind die Hauptfiguren seiner oft bizarren Geschichten. Die Bilder sind aufwendig coloriert und in einem realistischen Stil gezeichnet. Die Stories handeln von alltäglichen Absurditäten, gegen den Strich gebürstet, mit einer Prise extratrockenem Humor und einer Mischung aus distanzierter Ironie und Sarkasmus.

Deine Strips werden teilweise gar nicht als Comics wahrgenommen ...
"Das finde ich interessant. Komischerweise macht mich das ein bisschen stolz. Der Comicmarkt ist ja genauso mit Trash überfüllt wie der Videomarkt. Da ist so viel unzumutbarer Müll unterwegs, dass das in der Summe eben auch das Genre in Verruf hält. Die wirklich künstlerisch ambitionierten Dinge tun sich schwer mit dem Abverkauf, so dass hierzulande das Medium Comic noch lange nicht den Stand der neunten Kunst erreicht hat, wie das im frankobelgischen Raum der Fall ist. Obwohl wir uns das gerne in die Tasche lügen. Wenn den Lesern auffällt, dass ich ein bißchen mehr versuche, als bunte, witzige Bildchen abzuliefern, dann freut mich das. Das tue ich tatsächlich." (Subway-Magazin, 10/2002)

Die CARICATURA zeigt eine sorgfältig ausgewählte Zusammenstellung der schönsten JAMIRI-Comics, einen breiten Querschnitt von 1988 bis 2003, JAMIRIS Lieblingszeichnungen, seine erste Zeichnung sowie einige Beispiele zur Entstehung der digitalen Zeichnung. Außerdem werden einige noch unveröffentlichte Zeichnungen aus dem neuen Sammelband "Richterskala" zu sehen sein.

Zahllose Medien veröffentlichen seine Arbeiten, darunter die taz, das AOL-Magazin, Online Today, 030 Berlin, Unicum und Marabo und neuerdings der Deutsche Mathematiker Verband. Seit kurzem erscheinen seine Comics auch in der Rubrik "Netzkultur" bei SPIEGEL online.

"(...) Die Berliner Morgenpost war der Meinung, daß Jamiri "ein hell leuchtender Stern am Comic-Himmel" sei. Vielleicht ist er zur Zeit sogar der Mond. Größer und heller als die anderen. (...) Hoffentlich wird Jamiri ins Englische und Französische übersetzt. Der Mann könnte uns im Comic-Ausland Respekt verschaffen."
(Mars in Osnabrücker Illustrierte)

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