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KASSEL
(tk.) Tankwart, Dekorateur, Dressmann, Krankenpfleger, Hotelbuskoch,
Möbelpacker, Taxifahrer, Kulissenbauer, Antiquitätenhändler
und 16 Bücher voller Cartoons und lustiger Zeichnungen - das
ist die Liste seiner bisherigen Arbeiten. Aus Worten mit mehr als
einem Sinn besteht der vorherrschende Dialekt in der Bildersprache
von Rudi Hurzlmeier. Seine erste große Werkschau ist noch
bis zum 17. November in der Caricatura Galerie für Komische
Kunst im Kasseler Kulturbahnhof zu sehen.
Aquarelle,
Tuschezeichnungen, Strichbilder - alle Disziplinen cartoonistischer
Darstellung hat der 1952 im niederbayerischen Kloster Mallersdorf
geborene Hurzlmeier drauf. Darüber hinaus sind auch einige
Objekte zu bewundern. Zum Beispiel ornithologische Raritäten
oder ein Paar Pantoffeln aus zwei Brotlaiben gefertigt - ein Beweis,
wie brotlos Kunst wirklich ist.
Hurzlmeier
illustriert einerseits den vom Wort getragenen Witz, andererseits
läßt er auch das Bildmotiv für sich allein sprechen.
Vor harmlos-friedvolle Kulissen stellt er dabei Bizarres, in traute
Umgebungen traumatische Begebenheiten. Sehenswert sind die Exemplare
seiner ständig erweiterten Promigalerie, die im Federstrich
ein bißchen wie von seinem Kollegen und Freund Ernst Kahl
gemalt aussehen, der übrigens die Werkschau mit eröffnete.
Ansonsten
beherrscht der klassische Cartoon die umfangreiche Ausstellung.
Teilweise an Gary Larsons skurrile Momente vor der Katastrophe erinnern
Bilder wie das vom Schwarm der Mörderhornissen, die sich im
Anflug auf ihr rasenmähendes Opfer als Entenformation getarnt
haben. Oft ist allerdings auch das eigentliche Inferno bildfüllend:
Wenn die "Todesspur des Killermaulwurfs" zu verfolgen
ist oder ein Fußgänger die Galopprennbahn überqueren
will, auf der gerade das Finish im Gange ist.
Wer
über all das nicht lachen kann oder den humor-dialektischen
Überbau braucht, dem ist mit Hurzlmeiers zur Ausstellung erschienenen
Buch gedient. "Über das Lächerliche an komischen
Zeichnungen" heißt es, hat 48 Seiten und kostet 24,80
Mark. Zu haben ist es in der Caricatura Galerie, wo die Werkschau
täglich außer montags zwischen 12 und 21 Uhr besichtigt
werden kann.
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