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Penthouse-Cartoonist
Rudi Hurzlmeier zeigt sein Werke in neuen Büchern und einer
Ausstellung
Wie
wird man Cartoonist? Fragen wir einen der wenigen erfolgreichen
in Deutschland. "Indem man zuerst Lebenserfahrung sammelt",
antwortet der in diesen Tagen gefeierte 44jährige Künstler
aus München. Und Lebenserfahrung, die hat er, der Rudi Hurzlmeier.
Aufgewachsen in der tiefsten Provinz, im niederbayerischen Mallersdorf
nämlich, brach Rudi schon früh auf, um eben jene Erfahrung
zu sammeln: als Pförtner zum Beispiel, als Schaufensterdekorateur,
als Möbelpacker und Kulissenbauer, als Krankenpfleger und Dressmann,
als Hotelbuskoch und Tankwart. Und während dieser Jahre malte
der Rudi so nebenbei "als Hobby", wie er sagt. Dann, Anfang
der 80er Jahre, bat ihn ein Freund, für eine Untergrundzeichnung
ein paar Cartoons zu zeichnen. Die waren so witzig, daß die
Münchener Stadtzeitung gleich einen Auftrag nachlegte. Der
Cartoonist Hurzlmeier war geboren.
Und wie wird man ein erfolgreicher Cartoonist? Fragen wir weiter.
"Indem man das Leben beobachtet und zeichnet. Immer und immer
wieder." Das hat er getan, Rudi Hurzlmeier. Immer und immer
wieder. Heute veröffentlicht er in "Titanic", "Eulenspiegel",
"Stern", "Gong" und regelmäßig in
PENTHOUSE, hat 16 Bücher veröffentlicht, darunter ein
Bierbuch, einen Stadtführer und drei Comic-Bücher.
Seine neuesten Werke, aus denen er einige Cartoons auf die Seiten
vorstellt, erscheinen jetzt im Lappan Verlag. Oldenburg: "Unhaltbar!",
in dem er in über 50 Zeichnungen seinen Schatz an schwarzem
Humor zeigt, und "Über das Lächerliche an komischen
Zeichnungen", in dem er neben seinem zeichnerischen auch sein
sprachliches Talent demonstriert. Hurzlmeier texte und zeichnet
darin, schockt, kritzelt und malt, daß es ein Vergnügen
ist. Das Buch ist auch als Begleiter zu einer Ausstellung gedacht,
die vom 21. September bis zum 24. November (CARICATURA, Galerie
für komische Kunst, Bahnhofsplatz1, 34117 Kassel, dienstags
bis sonntags von 12 bis 21 Uhr) zu sehen ist.
Die Kasseler Ausstellung zeigt über 150 Zeichnungen, Bildergeschichten
und Gemälde Hurzlmeiers, denen man die geographische und kulturelle
Herkunft des Künstlers anmerkt: Aus dem ländich-bayerischen
Katholizismus uns wohl auch aus der Nähe zu Österreich
erwachsen hier humoristische Studien über die letzten Dinge,
über Angst und Tod, über Wahn und Religion. Hurzlmeier
beobachtet und berichtet mit spitzer Feder, so etwa von Kindheitserinnerungen
wir verschütteter Milch: "Man kann sich an ihrem Rinnsal
erfreuen, aber keinen Pudding mehr davon kochen." Er scheut
sich aber auch nicht vor den Herausforderungen, die aktuelle Themen
Tag für Tag an ihn stellen wie etwa die kritische Auseinandersetzung
mit dem Sport (siehe erster und letzter der hier abgebildeten Cartoons)
oder mit dem ausufernden Fremdenverkehr (siehe großes Bild
auf der vorherigen Seite und Cartoon rechts).
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