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Vor einigen Tagen wurde die fünfte Ausstellung in der Galerie für Komische Kunst im KulturBahnhof eröffnet. Die Caricatura hat sich in den letzten Jahren zu einem Zentrum für Karikatur und Satire in Deutschland entwickelt. Bis einschließlich 17. November zeigt sie die Werke eines der bekanntesten Künstler der deutschen Karikaturisten-Szene, der sich nicht nur aufs Zeichnen beschränkt.

"Unhaltbar"- so der Titel der Ausstellung von Rudi Hurzlmeiers Komischer Kunst. Hurzlmeier, der Name verrät es schon, ist ein waschechter Bayer, der seit zehn Jahren von seinen komischen Zeichnungen und Karikaturen leben kann. Der Autodidakt hat allerdings vielseitige Berufserfahrungen gesammelt, bevor er seine eigentliche Berufung entdeckte.
Stadtmagazin: "Sie waren Tankwart, Dressmann, Kulissenbauer - Tellerwäscher nicht -, Hotelbuskoch: muß man das alles gewesen sein, um Karikaturist zu werden?"

Hurzlmeier: "Nein, ganz im Gegenteil. Wenn man das alles macht, dann hat man kaum noch eine Chance, Karikaturist zu werden - also, mir ist's dann so auf den letzten Drücker noch gelungen. Es frißt einem eigentlich zu viel Zeit, solche Nebentätigkeiten. Aber was man letztlich natürlich davon hat, ist ein bißchen Material. Ein paar verrückte Jahre gehabt zu haben sollt' man schon - besser isses."

Mit seiner Porträtkunst, die regelmäßig in Zeitschriften veröffentlicht wird, zeigt er Details bei prominenten Zeitgenossen auf, die wir schon immer vermutet, aber bisher nie zu sehen gewagt haben. Auch die bitteren Tränen der Magarethe S. hatte er schon lange vor anderen entdeckt.

Hurzlmeier: "Die Porträts sind eigentlich immer entstanden, wenn die Figuren aktuell waren - ich hab' da immer ein festes Blatt in einem Männermagazin, und das wird dann natürlich ausgesucht nach Aktualität."

Das Lächerliche an seiner Komischen Kunst erschließt sich dem Betrachter oft erst auf den zweiten Blick, und sein schwarzer Humor schießt über die Gürtellinie hinaus - und das in beiden Richtungen. Hurzlmeier kann aber nicht nur zeichnen; auch Geschriebenes, natürlich bebildert,- und Plastiken gehören zu seiner Arbeit. Daneben hat der Fleißige auch noch 16 Bücher und andere Werke veröffentlicht. Brotlos ist er dabei nicht geblieben.

Hurzlmeier: "Über das Lächerliche an komische Zeichnungen ist ein theoretisches Werk darüber, wie Komik, gezeichnete Komik, überhaupt funktioniert, weil das eine sehr komplizierte Angelegenheit ist. Das kann man auch nicht in drei Sätzen erklären."

Erschwinglich ist Hurzlmeiers Kunst für jeden: am Automaten kann sie in Form einer Zigarettenschachtel mit überraschenden Inhalt gezogen werden. Wer etwas mehr investieren möchte, kann dies beim Kauf einer Wundertüte tun - ein Original Hurzlmeier mit garantierter Wertsteigerung plus Foto vom Künstler, alles handsigniert. Für die Bilder muß man allerdings schon etwas mehr berappen: bis zu einigen 1.000 Mark werden da schon fällig. Viele seiner hier ausgestellten Werke sind dann auch nicht mehr im Eigentum des Karikaturisten und es ist völlig à la mode, sich einen Original Hurzlmeier übers Sofa zu hängen. Ob allerdings die hier Porträtierten stolze Besitzer ihrer Konterfeis sind, ist nicht bekannt.

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