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KASSEL.
Manche Karikaturen wirken fast schon wie Gemälde der alten
Zeit: Farbig sehr detailliert gestaltete Porträts von berühmten
Personen der Zeitgeschichte. Wenn da nicht Rudi Hurzlmeiers unbestechlicher
Blick fürs Lächerliche wäre, seine hinterhältige
Überzeichnung bestimmter Eigenschaften: Thomas Gottschalks
Nase wird überdimensional und beherrscht das von goldenen Fissel-Locken
umrahmte Gesicht, das, in einem überfröhlichen, üppige
Falten werfenden Strahlelachen erstarrt, über einem viel zu
schmächtigen, aber äußerst lässig sitzenden
Körperchen thront.
Auch
bei Alfred Biolek, Marcel Reich-Ranicki, Harald Schmidt (auf der
Beerdigung seiner Late-Night-Show), Michael Jackson (mit Affe auf
dem Bett), Mick Jagger, Boris Becker, Steffi Graf und diversen Bonner
Politiker findet Hurzlmeier zielsicher die Schwachpunkte, die in
einer Überzeichnung äußerer Merkmale auch auf den
Menschen dahinter schließen lassen.
In
weiteren Karikaturen beschränkt er sich ebenfalls auf die Ausdruckskraft
des Bildes: Die Situation wird unmißverständlich dargestellt,
oft ergänzt nur durch ein einziges, wohlgewähltes Wort,
und kommentiert die Bildaussage, um ihr so den letzten Schliff an
Komik und Sarkasmus zu geben. Manche Situationen sind bewußt
absurd gestellt, um Unsinn und Satire überdeutlich herauszuarbeiten,
worin dann wiederum die Komik liegt.
Rinderwahn
Auch
Tiere kommen bei Hurzlmeier nicht zu kurz, sie reichen vom Rinderwahn
über den Killermaulwurf bis zum wütenden Hornissenschwarm,
der sich in der Formation eines harmlosen Vogels tarnt.
In
seinem neuesten Buch zur Ausstellung "Über das Lächerliche
an komischen Zeichnungen" erläutert der Auto im Plauderton
und an einleuchtenden Beispielen, warum Karikaturen komisch sind.
Gleichzeitig wird offenbar, wie genau er seine Karikaturen plant
und durchleuchtet hat. Die Original zum Buch sind ebenfalls in der
sehenswerten Ausstellung zu sehen.
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