Der Standard
Harrer, Fuchs und der Weg nach Timbuktu
Was ein Gollasch mit der Frankfurter Schule zu tun hat

 

...Der steht nur auf den ersten Blick seltsamerweise in Deutschland, das unserem Phäakenklischee zufolge mit den feinen Genüssen des Gaumens so viel zu tun hat wie die Currywurst mit einer Chorizo und Rotkäppchen mit Veuve Cliquot, aber eben nur auf den ersten. Auf den zweiten erschließt er sich dem Zugeneigten in der Publikation Häuptling Eigener Herd, die den bezeichnenden Untertitel trägt: Wir schnallen den Gürtel weiter. Das vierteljährlich erscheinende publizistische Unternehmen versteht sich durchaus als kulinarische Kampfschrift, und ihre Protagonisten sind dem weiteren Anhängerkreis der Neuen Frankfurter Schule zuzurechnen, wie die Namen lieb gewonnener Verdächtiger wie Wiglaf Droste, Thomas Gsella oder Fritz Eckenga verraten. Hier wird der Geschmack gegen das Geschmäcklerische verteidigt, und wem das nicht passt, der kann seine Klage am Gerichtsstand Timbuktu einbringen, verrät uns das Impressum: wird dort doch auf Basis lusitanischen und minoischen Rechts verhandelt.

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