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Keine
Sorge: Auch in der Jubiläumsnummer, der 25. Ausgabe von Häuptling
Eigener Herd, testen seine Autoren keine Trüffelhobel.
Es gab wie immer
Wichtigeres zu tun, wie auch schon in den 24 Häuptlingen davor.
Statt uns mit den neuesten Trends in Golfhotelküchen, ritualisierter
Besseresserei und Rezepten für cholesterinfreie Salate aufzuhalten,
haben wir uns in der Vergangenheit deshalb lieber mit Salz beschäftigt
und mit Fetthysterie, mit Nematoden, Fußballstadionkost, Gewürzesoterik,
Aalsuppe, Küchenunfällen, Eiern, Gefängnisfraß,
Kuhleasing, Mutterkorn, Eiscreme - und dabei selbstverständlich
längst noch nicht alles erzählt, was es über das
Essen und Trinken zu berichten gibt.
Dasselbe gilt
für die Illustratoren des Häuptlings, deren Bilder immer
wieder zeigen, wie komisch Kulinarik sein kann. 24 Zeichnerinnen
und Zeichner haben uns bisher unter anderem mit renitenten Krautwickeln,
nachlässigen FKK-Grillern oder "Pommes Borussia grün-schwarz"
bekannt gemacht. Marcus Weimer, dessen "Häuptling Eigener
Herd" namensgebend für die Zeitschrift war - das Bild
zeigt einen schneidersitzenden Indianerhäuptling auf geöffneter
Ofenklappe - nennt diese großartigen Arbeiten mit dem für
Zeichner so typischen Understatement schlicht "Essenswitze".
Wir sind stolz,
dass die Kasseler Galerie für komische Kunst, die "Caricatura",
nun aus Anlass des Heftjubiläums eine Auswahl dieser Essenswitze
in einer Ausstellung präsentiert. Wir freuen uns, dass sich
so viele Häuptling-Zeichner erneut ans Werk gemacht haben,
um diesen Band gemeinsam zu bebildern. Und wir bedauern, dass wir
nie wieder mit Bernd Pfarr und F.K. Waechter werden feiern können.
Versprochen:
Wir werden auch in Zukunft keine Trüffelhobel testen. Sollte
aber einer von uns einen Wettlauf gegen ein Trüffelschwein
gewinnen, wird er im Häuptling davon erzählen - selbstverständlich
erst, nachdem er sich die rare Knolle einverleibt hat. In der tuberfarbenen
Ausgabe 35, vielleicht - und ganz sicher mit vielen komischen Trüffelzeichnungen.
Carola Rönneburg,
Redaktion
Autoren des Jubiläumsbandes:
Cenk Bekdemir, Axel Biesler, Roger Blum, Fritz Eckenga, Thomas Gsella,
Rüdiger Kind, Kriki, Ludwig Lang, Christian Maintz, Gudrun
Mangold, Marlis Prinzing, Ulrike Stöhring, Thomas Vilgis, Rayk
Wieland, Urs Willmann, Tom Wolf
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