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»Häuptling eigener Herd«
 

"Häuptling Eigener Herd" feiert Jubiläum. Die kulinarische Kampfschrift, von Vincent Klink und Wiglaf Droste herausgegeben, wird zwar nicht 25 Jahre, aber es erscheint die 25. Ausgabe.
Wie im westlichen Kulturkreis üblich, feiert auch die kulinarische Kampfschrift dieses Ereignis nach Kräften, und zwar mit einer formidablen Ausstellung der besten Zeichnungen aus dem Großereignis "Häuptling".

"Häuptling eigener Herd" ist eines der letzten Traktate von Rang. Diese gedruckte Keule wendet sich gegen drögen Lifestyle, gegen die Nahrungsmittelindustrie und alles irgendwie Geschmacklose. Die Autoren sind gegen fast alles, ausgenommen vielleicht die unberührte Natur. Sie liefern Lebenshilfe en masse. Echte Genüsse sind dabei ihr Ding, nicht Ikebana auf lau vorgewärmtem Porzellan. Mit ihrer Meinung halten sie nicht hinterm Berg, sondern geben dem vorgeneigten Leser gewaltig was auf die Ohren. Illustriert wird jedes Heft liebevoll und hammerhart von Zeichnern aus dem Dunstkreis der Komischen Kunst. Und so lebt die Kampfschrift nicht nur vom geschriebenen Wort, sondern auch vom gezeichneten Witz.

In der Ausstellung werden die schönsten, besten, witzigsten und leckersten Zeichnungen aus den bisher 25 Häuptlingen präsentiert, und das in Farbe. Bisher konnten die Zeichnungen nur in schwarz-weiß und gedruckt bestaunt werden (aus gegebenem Anlass wird Heft Nr. 25 übrigens erstmals auch in Jubel-Vierfarb-Druck erscheinen). Gemäß der inhaltlichen Ausrichtung jedes Häuptlings wird auch die Ausstellung thematische Schwerpunkte setzen: Wein und Wasser, Fisch und Fleisch, Diät und magere Zeiten, Brot und Aufstrich; und noch vieles mehr.

Über Essen und kulinarisches wurde schon viel geredet und gezeichnet und wird auch noch in Zukunft viel geredet und gezeichnet werden. Noch nie aber wurde, wie es im Häuptling geschieht, das Thema Kulinarik so bestechend-hintergründig analysiert und festgehalten - und das in Rein- und Hochform bester Humorkultur. Der Häuptling ist der einzige legitime Beweis dafür, dass Lachen beim Thema Essen keine Schluckbeschwerden hervorruft, sondern einzig und allein Genuss ist.

Über die Herkunft des eigenartigen Hefttitels kreist die folgende Legende: "… Seitdem wird auch Droste, im Kajak und mit Schweißerbrille in der Stuttgarter Neckarlauge dümpelnd, immer wieder als wilder Luftruderer gesichtet. Von Kanu zu Kanu schrie er eines Tages zu Klink: 'Häuptling, wo ist Norden?' Diese schwierige Frage führte inkl. einer Kartenskizze von Rattelschneck zur Namensgebung des Heftes. Auf unzähligen Redaktionssitzungen und Navigationskursen ließ man ab dato die Bordeauxflaschen kreisen. Gott sei's geklagt: Niemals zeigte eine exakt nach Norden."

Wiglaf Droste
Vom Juniorherausgeber erschien zuletzt die Gedichtsammlung "Nutzt gar nichts, es ist Liebe" (Reclam Leipzig). Als Vorleser ist er auf der Doppel-CD "Güterzüge und Gitarren" (Bear Family Music) zu hören, einer Jimmie Rodgers-Biographie von Bettina Greve.

Vincent Klink
Vor sechs Jahren wurde Häuptling Eigener Herd in der Küche seines Stuttgarter Restaurants "Wielandshöhe" entwickelt. Seit kurzem gehört zum Verlagsimperium der Edition Vincent Klink auch sein spiralgebundenes "Gängster Kochbuch".

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