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Zugegeben, lustig sind sie ja schon, die Figuren des Gerhard Haderer - jedenfalls auf den ersten Blick. Aber wehe, man schaut sie sich genauer an. Erbarmungslos wird da der alltägliche Wahnsinn vorgeführt, und der lauert bekanntlich an jeder Straßenecke. Und auch wenn jedes seiner Werke einmalig ist, so haben Haderers skurrile Einblicke doch eines gemeinsam:

O-Ton Ausstellungsbesucherin 1:
"Ein Lächeln im Vordergrund, aber bitterböse Satire im Hintergrund."

O-Ton Ausstellungsbesucherin 2:
"So ist es einfach. Also, es ist so, und er hat es überspitzt und karikiert, und so muss gute Satire in Deutschland oder generell einfach sein."

Es sind selten die großen Themen, sondern vor allem die bitterbösen Momente des Alltags, die Haderer in seinen Zeichnungen festhält. Er war Graveur, Rockmusiker und Grafiker, bevor der gebürtige Linzer 1984 erstmals zur spitzen Feder griff, und seitdem nimmt er so ziemlich alles aufs Korn, was ihm genügend Stoff zu Satire bietet.

O-Ton Haderer:
"Selbstverständlich sind einige Äußerungen so dermaßen spitz, dass sie vielleicht deutlicher hängenbleiben als andere, aber ich bin davon überzeugt, die Menschen sind noch wesentlich schlimmer und wesentlich deutlicher, als meine Zeichnungen das sind."

Immer wieder sind es Dinge wie Humorlosigkeit und Arroganz, die Haderer zum Thema macht, und das ohne Rücksicht auf politische Couleur. Das ihm so mancher Zeitgenosse diese Einstellung verübelt, das sieht er mittlerweile eher gelassen, obwohl ihn so mancher Vorwurf bis heute nicht kalt läßt.

O-Ton Haderer:
"Da darf man ja also wirklich kaum Kritik üben, da wird man ganz, ganz massiv schon bedroht - das ist die eine Seite. Die andere ist Zustimmung, ist außerdem die eigene Überzeugung, dass das, was ich tu, notwendig ist und für mich einfach einen Teil meiner Position darstellt."

Eine Haltung mit der Haderer sich in den letzten Jahren auch in Deutschland eine riesige Fangemeinde aufgebaut hat. Mit Akribie, Sachverstand und handwerklicher Perfektion zieht er zu Felde gegen Dummheit und Brutalität, die er nicht am rechten Rand der Gesellschaft findet. Und egal, ob Rinderwahn, Ozonloch oder Euro-Angst, allwöchentlich stürzt er vor allem im Stern die Betrachter in ein Wechselbad der Gefühle aus Heiterkeit und Angst. Ein Gemisch, gegen das Haderer selbst auch nicht immun ist, aber dagegen setzt er vor allem ein Motto:

O-Ton Haderer:
"Ich denke positiv und ich bleib dabei, und ich bin außerdem wirklich keiner, der an den Menschen verzweifeln mag und tus auch überhaupt nicht. Beobachten tue ich sie schon - und sehr gern anschauen tu ich sie mir auch."
Bleibt zu hoffen, dass er diesen Tiefblick weiterhin behält, auch dann, wenn's manchmal ziemlich weh tut.

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