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Weil die wissenschaftliche Kritik ihren Gegenstand als seriös
voraussetzen muß, wurde immer eins unterschlagen - daß
Hitler eine vollkommen lächerliche Figur war. Diese tiefe
Weisheit hat Achim Greser in seinen Bildern festgehalten. Die
Blätter wurden durchweg wohlwollend besprochen, nachdem ausgerechnet
die ausländische Presse, wie der Sunday Telegraph, die Washington
Post und die BBC den Tenor vorgegeben hatten. So schrieb denn
auch die Welt: »Wer hier nicht lacht, hat nichts kapiert.«
Achim Greser, Teil des Zeichnerduoas Greser & Lenz, arbeitet
u.a. für das Satiremagazin Titanic und die Frankfurter Allgemeine
Zeitung. Jetzt liegt eine vielbeachtete Soloproduktion von ihm
vor.
Wer ist der schlimmste Mensch des Jahrtausends?« fragte
die New York Post im November 1999 ihre Leser. Wie immer gewann
Adolf Hitler diesen Hitparaden-Wettbewerb. Hitler Superstar -
der »Führer« ist zum globalen Inbegriff des monströsen
Bösen geworden. Auch hierzulande ist er omnipräsent.
Kein Jahrgang des Spiegels kommt ohne einen Hitler-Titel aus.
Über keine Figur der Zeitgeschichte wurde mehr geschrieben,
und niemand hat mehr Einträge in den Personenregistern der
Nachkriegsliteratur. Er ernährt eine ganze Generation von
Journalisten. Das Medienimperium von Guido Knopp verdankt seinen
Erfolg allein Adolf Hitler. Das wird sich auch nicht ändern,
denn in jedem Jahr wird sich aufs neue eine Gelegenheit ergeben,
das Tausendjährige Reich mit öden Gedenkveranstaltungen
abzufeiern und eine Hitlerwiederaufführung zu inszenieren.
Achim Gresers Bilderserie wurde zuerst im Satiremagazin Titanic
veröffentlicht. Sie startete 1995, als die mediale Erinnerungs-,
Mahn- und Warnwalze zum 50.Jahrestag des II. Weltkriegsendes besonders
mächtig anhob und den Zeichner zum dritten Mal in seinem
Leben erfaßte. Die Motivation für diese Serie war eine
persönliche Gespensterbeschwörung und beruflicher Ehrgeiz,
d.h. der Versuch, aus der Figur der Geschichte, die im FAZ-Fragebogen
fleißig und wacker verabscheut wird, mit zeichnerischen
Mitteln komische Funken zu schlagen.
»Der Hitler, den Greser in seinen in wunderbaren Aquarellfarben
hingetuschten Blättern zeigt, ist ein später Nachfahre
von Arturo Ui und vom großen Diktator: mehr Würstchen
als Mensch. (...) Natürlich darf über Hitler gelacht
werden: schon deshalb, weil er selber ein völlig humorloser
Mensch war.« Der Tagesspiegel, 20.8. 2000
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