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Was Gerhard
Glück seit den frühen 70er Jahren malt und zeichnet, sind
weniger Cartoons im eigentlichen Sinn als vielmehr komische Gemälde,
bestechend durch phantasievolle Mischtechniken und subtile, kunstvolle
Genauigkeit in der Darstellung, hinreißend in ihrer leuchtenden
Farbigkeit.
Kuriose Vorgänge
spielen sich ab in den Glückchen Kunstwelten, die bevölkert
sind von wunderlichen Figuren. Immer wieder taucht er auf, allein
mit Frau oder in vielfacher Ausfertigung, wie geklont: »der
untersetzte, kahlköpfige Zeitgenosse mit der großen Nase,
der ... den Eindruck eines gesetzestreuen Bürgers mehr vortäuscht
als vermittelt, schillert zwischen hintergründig ironisiertem
bürgerlichen Biedersinn und purem Horror.«
Die ganze Melancholie
der Welt wird sichtbar, wenn der bebrüte und fruchttragende
Konzertsolist mit einer Faschingsröte im Mund auf der Bühne
sitzt, ein anderer gesetzter Herr mit Bauplätzen spielend versonnen
am Boden hockt oder sich Greise in Rollstühlen statt auf Holzpferdchen
im »Strandkarussel« Oft ist Glücks Weltsicht eines
eher skeptische, pessimistische. Die Segnungen moderner Technologie
sind ihm suspekt, die Zukunft der Menschheit ungewiß. Aus
dem U-Bahn-Schacht »Angel« steigen beamtenhaft gewandete
Teufel; wie Jesus selbst hängt ein Mensch in einem anderen
Bild an der Fitnessstudio Apparatur.
Glücks
Bildthematik ist selten von tagespolitischer Art; was ihn interessiert,
sind die großen Zeitströmungen einerseits, die Entwicklung
der Gesellschaft als Ganzes; anderseits sind es die persönlichen
Dinge, die kleinen Tragödien und erstaunlichen Glücksmomente
des Einzelnen. Das in vielen seiner Cartoons beides aufeinandertrifft,
macht die Begegnung mit ihnen so anregend.
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