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Ausstellung ab 15. Januar bis 28. März 2005
»Ein guter Diplomat kennt die Schwäche seines Gegners«
Gerhard Glück
 

Eröffnung: Freitag, 14. Januar 2005, 20 Uhr

Begrüßung: Bürgermeister Thomas-Erik Junge
  Laudatio: Daniel Weber,
Chefredakteur des NZZ FOLIO
DIE ZEITSCHRIFT DER NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG

Ort: CARICATURA Galerie für Komische Kunst
im KulturBahnhof
info@caricatura.de
  Geöffnet: Do/ Fr 14-20 Uhr,
Sa/ So/ Feiertag 12-20 Uhr
 
 
 

 

Was Gerhard Glück seit den frühen 70er Jahren malt und zeichnet, sind weniger Cartoons im eigentlichen Sinn als vielmehr komische Gemälde, bestechend durch phantasievolle Mischtechniken und subtile, kunstvolle Genauigkeit in der Darstellung, hinreißend in ihrer leuchtenden Farbigkeit.

Kuriose Vorgänge spielen sich ab in den Glückchen Kunstwelten, die bevölkert sind von wunderlichen Figuren. Immer wieder taucht er auf, allein mit Frau oder in vielfacher Ausfertigung, wie geklont: »der untersetzte, kahlköpfige Zeitgenosse mit der großen Nase, der ... den Eindruck eines gesetzestreuen Bürgers mehr vortäuscht als vermittelt, schillert zwischen hintergründig ironisiertem bürgerlichen Biedersinn und purem Horror.«

Die ganze Melancholie der Welt wird sichtbar, wenn der bebrüte und fruchttragende Konzertsolist mit einer Faschingsröte im Mund auf der Bühne sitzt, ein anderer gesetzter Herr mit Bauplätzen spielend versonnen am Boden hockt oder sich Greise in Rollstühlen statt auf Holzpferdchen im »Strandkarussel« Oft ist Glücks Weltsicht eines eher skeptische, pessimistische. Die Segnungen moderner Technologie sind ihm suspekt, die Zukunft der Menschheit ungewiß. Aus dem U-Bahn-Schacht »Angel« steigen beamtenhaft gewandete Teufel; wie Jesus selbst hängt ein Mensch in einem anderen Bild an der Fitnessstudio Apparatur.

Glücks Bildthematik ist selten von tagespolitischer Art; was ihn interessiert, sind die großen Zeitströmungen einerseits, die Entwicklung der Gesellschaft als Ganzes; anderseits sind es die persönlichen Dinge, die kleinen Tragödien und erstaunlichen Glücksmomente des Einzelnen. Das in vielen seiner Cartoons beides aufeinandertrifft, macht die Begegnung mit ihnen so anregend.