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Wenn
Sie mal wieder Lust haben, herzhaft zu lachen - und wann hat man
das nicht -, dabei aber nicht fürchten, daß Ihnen möglicherweise
auch das Lachen im Halse stecken bleibt, dann wäre die Ausstellung,
die zur Zeit in der CARICATURA, der Galerie für Komische Kunst
in Kassel, gezeigt wird, genau das Richtige. Gerhard Glück,
ein bekannter Kasseler satirischer Maler, präsentiert seit
dem vergangenen Wochenende seine Werke, die einen hintergründigen
Witz haben und die kleinen Alltäglichkeiten auf die Schippe
nehmen. Angela Fitsch war bei der Ausstellungseröffnung von
Gerhard Glück dabei.
"Geboren
am 13. Juli 1944 in Bad Vilbel, aufgewachsen in Frankfurt am Main,
studierte Gerhard Glück statt Pantomime Grafikdesign an der
Werkkunstschule in Kassel. Nach dem Studium führte ihn dann
ein verlockendes Angebot nach Süddeutschland, zu einem Spiele-
und Kinderbuchverlag. Enttäuscht kehrte er im Winter 1971 nach
Kassel zurück und studierte noch einmal, jetzt Kunsterziehung
an der GhK. Während dieser Zeit entstehen die ersten Cartoons
für Zeitungen und Magazine. Er wird Lehrer an der Kasseler
Goetheschule, illustriert Schul-bücher und hat Lehraufträge
für Karikatur und Illustration an der Gesamthochschule, Fachbereich
Kunst. Wie sieht Gerhard Glück sich selbst?
Als
ausgesprochen ängstlichen, pessimistischen Mensch, der wahrscheinlich
weit mehr Ängste hat als, sagen wir mal, sehr viel Freude;
also ich fliege beispielsweise ungern, muß also regelrecht
in Flugzeuge reingenötigt werden, ich hab Angst vor Unwettern
und allem möglichen anderen Kram und letztlich aber auch vor
allem vor politischen Aktionen, und da haben wir ja genug, wo wir
uns, glaub' ich, ganz kollektiv fürchten können, und es
ist keine Ausnahme, da Karikaturist zu sein.
Gerhard
Glück ist satirischer Maler, kein Cartoonist im eigentlichen
Sinne, seine Bilder sind nicht grade Lieblichkeiten fürs Biedermeierzimmer.
Sie haben auch in ihren freundlichsten Kompositionen eine finstere
Note, und das schon allein durch seine Akteure. Glatzköpfige,
langnasige Typen mit ernster Miene, der immer wiederkehrende Mann
mit den weit aufgerissenen Augen und den unbewegten Gesichtszügen,
ein Jeder- oder Biedermann, eine Kunstfigur, schrecklich witzig.
Was Glück glücklicherweise zum Ausdruck bringt, sind die
Analogien zum wirklichen Leben, und dabei darf schon mal kräftig
gelächelt werden, aber ja nicht zuviel, es bleibt einem im
Halse stecken. Er zählt auf menschliche Schwächen, Mißverständnisse,
Absurdes, soziale Mißstände, Torheiten und vor allem,
als besonderes Anliegen, auf den deutschen Pessimismus. Stellvertretend
für diese Spezies mag ein Bild gelten, das einen Mann mit dunkler
Brille und auf der Stirn die rosarote Brille zeigt. Er hat heruntergezogene
Mundwinkel, weil er die Welt so sehen will und nicht anders. Oder:
im Schaufenster wird die Metzgersgattin rosarot auf dem Tablett
serviert, darunter die Bildunterschrift: Die Dame bürgt auch
im neuen Jahr für Qualität. Böse. Fällt Gerhard
Glück immer was ein?
Bisher
ja, ob man natürlich das in der gleichen Qualität immer
machen kann, ist die Frage. Und was nicht unbedingt von der Qualität
ist, werd' ich Ihnen auch nicht verraten, das weiß natürlich
derjenige nur selbst, der die Dinge macht, die kleinen Ungereimtheiten
sieht man wahrscheinlich als Erster und vielleicht auch übertrieben
stark, mag sein, aber es ist natürlich in jedem Bild auch,
sagen wir mal, die Dreck-Ecke enthalten.
Gehandelt
wird der Künstler hoch und seriös, seine Cartoongemälde
wurden und werden in in- und ausländischen Magazinen und Zeitungen
veröffentlicht, unter anderem im Manager Magazin, im Eulenspiegel,
im Stern, in der Süddeutschen Zeitung und im Magazin der Neuen
Zürcher Zeitung. Ein Glück, daß es Glück gibt,
ein Mann, der selbst sehen und andere zum Sehen anregen kann. Das
meinten auch die zahlreich erschienen Ausstellungsgäste."
Und
wenn Sie auch Glück haben wollen, zum Anschauen und zum Lachen:
die Ausstellung ist täglich, außer montags, von 12 bis
21 Uhr noch bis zum 24. März in der CARICATURA am KulturBahnhof
zu sehen.
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