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In
der Galerie für Komische Kunst ist noch bis zum 08. September
die erste große Eugen Egner-Ausstellung "Königliches
Amüsement" zu sehen, die im Juli mit monarchischem Pomp
eröffnet wurde. Vier leibhafte Könige mit Saxophonen und
Posaunen waren zugegen, um der Veranstaltung die rechte Feierlichkeit
zu verleihen.
Doch
nicht nur der Hochadel, sondern auch die Kasseler Medienwelt und
andere Prominenz kam zuhauf, um Eugen Egner die Ehre zu erweisen.
Aus Wuppertal reisten an: Volker Anding, Uwe Becker und R.M.E. Streuf,
allesamt - wie Egner selbst - Mitglieder der legendären Band
"Armutszeugnis", Protagonisten des Wuppertaler Surrealismus
und Mitarbeiter des dortigen Satire-Magazins "Italien".
Die vorzügliche Erreichbarkeit der Caricatura mittels Zügen
der Deutschen Bahn AG zahlte sich besonders für den Cartoonisten
Papan aus, der nach Abschluß der Feierlichkeiten um vier Uhr
in der Früh direkt vor der Tür in den Nahverkehrszug nach
Köln steigen konnte. Aus Bremerhaven kam Heiko Arntz, Literaturwissenschaftler
und ehemaliger Lektor beim Züricher Haffmanns Verlag, der sich
im Januar bei den Marburger Komik-Tagen mit einem Vortrag über
die literarischen Grotesken Egners als besonderer Kenner dessen
Werks auswies. Nachdem sie im März gemeinsam mit Fanny Müller
in der Caricatura bei einer Lesung zu Gast war, stattete Susanne
Fischer ("Kauft keine Frauen aus Bodenhaltung") der Galerie
für Komische Kunst einen weiteren Besuch ab. Jürgen Roth,
Mitherausgeber der schönen Fußballbücher "So
werde ich Heribert Faßbender" und "Wieder keine
Anspielsituation", kam aus Frankfurt. Den kürzesten Weg
hatten der Cartoonist Gerhard Glück und der Typograph und Mitarbeiter
der Arno Schmidt-Stiftung in Bargfeld Friedrich Forssmann, die beide
in Kassel Zuhause sind. Die Laudation hielt Gerhard Henschel, der
als Titanic-Mitarbeiter, Journalist und freier Autor in Göttingen
lebt. In seiner Rede gab er dem Publikum intime Einblicke in seinen
langjährigen Briefwechsel mit Eugen Egner und unterrichtete
vor allem über zwei bestimmende Motive im Egnerschen Werk:
das Leiden des Künstlers 1. an seinen eigenen Haaren und 2.
an "Deutschlands Geräuschenfaltern - an gewaltbereiten
Primaten mit Kreissägen und Bohrern, Flugzeugmotoren und Löffelbaggern,
Hämmern und elektrisch betriebenen Mopedhebern, aber auch mit
Schnauzern und Schnäbel." Ob und wie sich diese Faktoren
auf das Egnersche Schaffen auswirken - davon kann man sich bis zum
8. September selbst überzeugen.
Königliches
Amüsement
die große Eugen Egner-Ausstellung
Umrahmt von prachtvollen Klängen startete im Juli die erste
große Eugen Egner-Ausstellung "Königliches Amüsement"
in der Caricatura Galerie für Komische Kunst. Was hier noch
bis zum 08. September zu sehen ist, sprengt die Grenzen des klassischen
Cartoons aufs Erfreulichste. Egners Phantasie ist schrankenlos und
unerschöpflich, was das Geschichten erzählen angeht ebenso
wie bei der bildnerischen Gestaltung. Mit seinem Werk, das-bekannt
aus Titanic, Kowalski, Eulenspiegel, Der Rabe, vielen anderen Zeitschriften
und zahlreichen Büchern - nicht nur die Zeichenkunst, sondern
auch die Literatur umfaßt, schafft Egner einen Kosmos ganz
eigener Art. Skurrile Gestalten schlagen sich durch das Leben seiner
Geschichten; viele von ihnen tauchen in den einzelnen Bildergeschichten
immer wieder auf: die mutterfixierten Bergmann-Buben etwa oder der
sägesüchtige Wolfsmensch Agrebat, der, als eine der Zentralfiguren
Egnersche Paralleluniversen, bereits Legende ist. Die Caricatura-Ausstellung
gibt als Werkschau einen bislang einmaligen Überblick über
Egners Arbeit, angefangen bei frühen Werken wie der Serie "Als
die Erlkönige sich Freiheiten herausnahmen" über
die Cartoonsammlungen "Das Blöken der Blumen" und
"Glücklich ist, wer vergißt....." bis hin zu
ganz aktuellen Arbeiten für die Titanic. Als besonderes Bonbon
gibt es eine Reihe der Egnerschen Gestalten nicht nur auf dem Papier
zu sehen, sondern - dreidimensional nachgebaut - auch als Rauminstallationen,
in Vitrinen und von der Decke baumelnd. Egners Witz zielt selten
auf die schnelle Pointe, den folgerichtigen Gag. Was seine Geschichten
so reizvoll macht, ist die Lust am wilden Fabulieren, an unerwarteten
Wendungen und haarsträubenden Geschehnissen, die stets vorhandene
literarische Ebene in all seinen Bildern. Die Gemeinde der Egnerianer
ist groß und beständig am Wachsen. Seit Juli zeichnet
Egner regelmäßig für die Zeit, und genauso häufig
wie seinen Zeichnungen begegnet man seinen Texten, sei es in Printmedien
oder im Hörfunk. Allein in dieser Saison erscheinen zwei neue
Bücher. Die Caricatura freut sich deshalb ganz besonders, dass
sie Egner nicht nur als brillanten Cartoonisten und Zeichner präsentieren
kann, sondern auch als Autor: am Donnerstag, dem 5. September findet
in der Galerie für Komische Kunst eine Lesung mit Eugen Egner
statt.
Getaufte Hausschuhe und Katzen mit Blumenmuster
Dass Eugen Egner nicht nur als Zeichner, sondern auch als Autor
kurioser Kurzgeschichten und Romane hochgelobt ist, ist allbekannt:
"Denn schreiben kann Herr Egner ebenfalls wie so leicht kein
zweiter", rühmte etwa Gerhard Henschel in der Frankfurter
Rundschau. Egner selbst schildert es so, wie er zum Schreiben kam:
"Zum einen, auf der passiven Seite, fand ich kaum einen Lesestoff,
der mir zusagte. Die allermeisten Literaten gaben sich mit Problemen
ab, die mich bestenfalls nicht interessierten. In vielen Fällen
sogar warf ich erwartungsfroh aufgeschlagene Bücher unwillig
an die Wand. In der Regel schrie ich dann noch lange aus Wut über
die ekelhafte Lektüre. Nicht nur ein Buch habe ich unter Verwünschungen
zerrissen und seine Bestandteile über das ganze Zimmer verstreut.
Jemand, der so unzufrieden mit dem Gebotenen ist, muss zwangsläufig
selbst zur Produktion schreiten." Zu Egners literarischen Werk
gehören die Kurzgeschichten-Sammlung "Als der Weihnachtsmann
eine Frau war" (1992) und der Roman "Der Universumsstulp"
(1993), aber auch Texte-Bild-Bände wie "Aus dem Tagebuch
eines Trinkers" (1991), Meisterwerke der Grauen Periode"
(1992) und "Der künstliche Mann" (1992). In den nächsten
Wochen erscheinen zwei neue Bücher: Die Kurzgeschichten-Sammlung
"Getaufte Hausschuhe und Katze mit Blumenmuster" sowie
die Novelle "Was geschah mit der Pygmac-Expedition?",
die Egner bei seiner Lesung dem Kasseler Publikum vorstellen wird.
Donnerstag, 05. September 1996 20 Uhr, Caricatura Galerie für
Komische Kunst, VVK 10.-, Abendkasse 12.-,
Presseecho
"Eugen Egner heißt der Moritatensänger mit dem Zeichenstift,
der seine sarkastischen Rettungsversuchen am verlorenen Subjekt
niemals aufgibt, so scheint's"
HR City
"Egners
Stil ist rotzfrech, dickbackig und schön durchgeknallt"
ARD hessen heute
"Die
Egnersche Phantasie geistert durch eine Welt von Monstern, Fabeltieren,
Teufeln, armen Schluckern, die in schönsten Eintracht sich
das Leben vermiesen"
3 sat Kulturzeit
"Schaffner,
Lockführer und Stationsvorsteher erhielten früher hier,
in der ehemaligen Kleiderkammer der Deutschen Bahn, ihre Dienstklamotten-jetzt
herrscht der Witz, der Gag, die Überzeichnung. Egners anarchische
Feder verschont nichts niemals"
HR Hessenschau
"Eugen
Egner gefallen Käse-Obst-Zierspieße, Apfelstrudel, Laub
und Luft, dicke Bohnen, belegte Brote, Frieden und Spezereien. Er
hat sie verdient, einfach so, aber auch für die Haarwuchs-
und Hörsturz-Werke, die hier zu bestaunen sind"
junge Welt
"Egners
meist leuchtend farbige Zeichnungen künden von phantastischen
Welten, unerschöpflich scheint sein erzählerischer und
gestalterischer Einfallsreichtum"
Göttinger Tageblatt
"In
colorierten Zeichnungen, aber auch in fein abschattierten Schwarzweißgrafiken
erweckt Eugen Egner eine seltsame Welt zum leben...in seinen detailgenau
ausgespielten Zeichnungen kann man mit dem Blick spazierengehen"
HNA
"Skurril
bis ins Surreale, farbenprächtige bis ins Kunterbunte, detailverliebt
bis ins Chaotische - das ist die Bilderwelt des Wuppertaler Künstlers
Eugen Egner"
Waldeckische Landeszeitung
"Trotz
Hintersinn und perfider Narretei - das Hauptanliegen Egners ist
es immer noch, mit Spaß zu unterhalten"
ZDF Morgenmagazin
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