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In
der Caricatura findet noch bis zum 8. September die erste große
Eugen Egner-Ausstellung in Deutschland statt. Bekannt ist er durch
Veröffentlichung in "Titanic" und "Kowalski"
und wer seinen Bilder einmal gesehen hat, der wird seinen Stil immer
wiedererkennen. Monströs, knallbunt und mit einem gehörigen
Schuß Absurdität ausgestattet, heben sie sich aus der
Masse der Karikaturen ab. Wenn das Werk Rückschlüsse auf
die Person Eugen Egner zuließe, so müsste man annehmen,
der leibhaftige habe sich selbst nach Wuppertal begeben und sei
in den Körper eines armen Sünders geschlüpft. Derart
besessen wirken die Bilder, dass ich bei der Ausstellungseröffnung
mindestens ein geschlachtetes Schaf erwartete. Aber, welche Enttäuschung!
Ich glaube, vor einem Sozialarbeiter der Lila-Hemd-Generation zu
stehen und will eigentlich schon Fencheltee anbieten. Nein, nicht
irritieren lassen! Das ist alles Fassade. Wir plaudern.
In einer
Heavy-Metal-Band hat er gespielt und Exzesse kennt er auch, "sonst
könnt ich das gar nicht zeichnen", sagt er. Da hört
es aber schon auf. In Wuppertal lebt er, ist verheiratet und seine
Frau arbeitet auch! Künstlerallüre, wo bist du? Er hat
sie einfach nicht, kein bisschen. Kollege Gerhard Henschel sagt,
er sei Marzipan-Pyramiden-Ingenieur. Das wäre doch schon mal
was, täglich ein Kilo feinstes Lübecker Marzipan im Suff
aufgelöst und intravenös injiziert? Pustekuchen. Gerade
mal eine Kinderportion gönne er sich davon monatlich und das
auch nur oral. Ich geb's auf. In den 80er hat er einige Jobs gehabt,
hat für die Sendung mit der Maus malocht und über Loriot
Kontakt zum Haffmanns Verlag gekriegt. Er ist ein heimelige Typ,
die weitesten Reise ging nach Dänemark und die einzige Unbill
seines Lebens sind seine Nachbarn. Mit denen liegt er nämlich
im Dauerclinch. Im Garten hat er schon eine Sichtschutzwand aufgebaut,
um etwas Ruhe zu haben. Aber dort wird er genauso mißtrauisch
beäugt, wie von mir. "Die haben Sie doch nur aufstellen
lassen, um besser über uns tuscheln zu können."
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