|
"Königliches
Amüsement" heißt eine Ausstellung, die bis zum 8.
September in der Galerie für Komische Kunst CARICATURA in Kassel
zu sehen ist. Die schrillen Zeichnungen und bizarren Comics mit
viel Liebe zum Detail stammen aus der Feder von Eugen Egner. Der
Zeichner, Maler und Schriftsteller veröffentlichte bereits
zahlreiche Cartoonbände, Bilder- und Kurzgeschichten, arbeitete
für die "Sendung mit der Maus" und erhielt 1992 den
Hamburger Comic-Förderpreis. Annette Hopfenmüller zeigt
uns den Mann hinter den phantasievollen Bildwelten.
O-Ton
Eugen Egner:
"Ich bin an sich ein ganz unscheinbarer Mensch, der in ganz
bürgerlichen Grenzen lebt." Dies sprach ein Mann, der
jenes malt. Sind wir etwa einem Dr. Jekyll der 90er auf der Spur?
Eugen Egner aus Wuppertal lebt in einer Welt aus Abrusitäten,
Chaos und Irrsinn. Nimmt er den Pinsel in die Hand, dann wachsen
Würste auf Wiesen, haben Menschen Räder statt Füßen,
sprich: der heile Alltag gerät komplett aus den Fugen und nichts
mehr so, wie wir's gewohnt sind.
O-Ton
Eugen Egner:
"Das ist zum Teil vielleicht einerseits ein intellektuelles
Vergnügen an solchen Dingen, an Verschrobenheiten, aber das
hat damit nichts zu tun, dass man selber sowas lebt." Scheint
ja eine ernste Sache zu sein, der neue Wuppertaler Surrealismus.
Dennoch läuft die aktuelle Egner-Ausstellung in der CARICATURA,
einer Galerie für Komische Kunst in Kassel, unter dem Motto
"Königliches Amüsement". Meist sind Egners fiese
Helden besoffen oder gaga - am besten aber ist er, wenn er sich
vor Angstmachern nicht verkriecht, sondern sie schlicht der Lächerlichkeit
preisgibt. Es herrscht arge Diskrepanz zwischen Egner, dem Naturfreund,
Nichtraucher und Teetrinker und seinen krassen Figuren.
O-Ton
Eugen Egner:
"Ich brauch's immer sehr schön ruhig. Vielleicht ist das
aber auch ein Grund, dass man einiges an Ärger auch abarbeitet
auf diese Weise; und ich denke, dass ist auch eine sehr gesunde
Angelegenheit, wenn man das was an Chaos vielleicht in einem ist,
in der Kunst erledigt und nicht nach außen trägt."
Und dann gibt's noch Eugen Egner als Buchautor. In Werken wie "Aus
dem Tagebuch eines Trinkers" und "Als der Weihnachtsmann
eine Frau war" erzählt er schamlos konfuse Vorfälle.
O-Ton
Eugen Egner:
"Erinnerung. Ja, ich habe sie alle noch persönlich gekannt:
Beethoven mit seiner Schneisenmusik, Kyoto von Beng und seine Albino-Lokomotive,
den Schneesturm, durch den Kyoto von Beng seine Albino-Lokomotive
einst steuerte und natürlich Kongo-Liese, die zur ihrer Zeit
den Reichszentimeter in Blei goß."
Trotz
Hintersinn und perfider Narretei - das Hauptanliegen Egners ist
immer noch, mit Spaß zu unterhalten.
|