Presse-Echo  
 
Witzkrieg im Museum

Schallendes Gelächter im Museum - das ist nur auf der Caricatura erwünscht.
Dort ist ein Witzkrieg zwischen englischem und deutschem Humor entbrannt.
t-online.de 05.07. 2002


How I Won The Witzkrieg
Von Dieter Grönling

Die CARICATURA VI in Kassel beweist: Deutscher Humor ist besser als englischer
(...) Deutscher Humor ist dem englischen durchaus überlegen - und das nicht erst seit der »Neuen Frankfurter Schule« oder Harald Schmidt. Die CARICATURA beweist es mit 51 der besten deutschen Zeichner und Autoren.

(...) Englische Zeichner und Autoren wurden nicht zur Ausstellung eingeladen, "schließlich bestimmen in Deutschland immer noch wir, was englischer Humor ist", sagen die Macher. Eine Ausnahme gibt es: Catherine Blair alias BRENDA X. ist Tochter des letzten englischen Henkers und hat ein paar hervorragende Bilder beigesteuert.
taz 02.07.2002


«Caricatura»: Komische Kunst begleitet ernste documenta
Von Joachim F. Tornau, dpa

Kassel (dpa/lhe) - Eine sonderbare Kunstausstellung: Versonnen stehen die Besucher vor Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen, um plötzlich in schallendes Gelächter auszubrechen. Von überall her gluckst und kichert es, denn zu sehen ist die humoristische Seite der Kunst - Karikaturen, Cartoons und Nonsens-Installationen. Bereits zum vierten Mal wird die Kasseler Weltkunstausstellung documenta von einer Schau komischer Kunst begleitet.(...)

(...) Es ist offensichtlich: Der schwarze Humor soll nicht allein den Engländern überlassen bleiben, und auch sonst bemühen sich die Caricatura-Teilnehmer darum, etwas für den Ruf des deutschen Humors zu tun. Ihre grundverschiedenen Beiträge zum Thema dokumentieren so ganz nebenbei die Vielseitigkeit der komischen Kunst im Lande.

(...) Skurriler Höhepunkt der Ausstellung aber ist, was die Organisatoren als die «berühmt-berüchtigte Arschhaar-Sammlung des bekannten schottischen Exzentrikers Angus Macintosh» ankündigten. In Vitrinen und vergrößert auf Dias werden feierlich Härchen präsentiert, die angeblich einmal die erlauchten Hinterteile von Lady Di oder Queen Mum geziert haben sollen. Wer das nicht komisch findet, ist für englischen Humor - auch wenn er aus Deutschland kommt - wohl nicht geboren.
dpa 27.6.2002

 

Kicher-Kunst in Kassel

Sie darf schockieren, berühren, sogar zitieren, nur eines darf die hehre Kunst meist nicht: amüsieren. Um diesen Nachteil auszugleichen, findet - als Gegenveranstaltung sowie als Ergänzung - parallel zur Documenta die Caricatura (ab 21.6.) in Kassel statt. Dabei veräppeln die Ausstellungsmacher gern den Jargon ernsterer Kollegen: "Die zu verhandelnden Inhalte sind naturgemäß ebenso vielfältig wie der Gestus und die künstlerischen Formen", so ein Wortgeflecht aus der Ankündigung zum diesjährigen Thema "Englischer Humor".
FOCUS 24.06.2002

 

Der fremde Blick auf die Insel
Von Verena Joos

...Der Titel ist ein Bestandteil des versammelten Witzes. Er verbindet sich auf dem Plakat mit einem Motiv von Greser & Lenz, das die fragile Balance von Grenzüberschreitungen und Correctness, sortentypisch für den Humor des Inselvolkes, mit herrlich gezeichneter Akribie auf den Punkt gebracht.

Immer, wenn der Humor sich in voller Schwärze präsentiert, dann rieselt uns bei allem Vergnügen der Schauer des Erkennens den Rücken herunter. Dann bekommt er mit uns zu tun. Dann verbindet sich der fremde Blick auf die Insel mit dem Blick nach innen.
HNA 24.06.2002

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