Til Mette ist der wohl bedeutendste Vertreter des US-amerikanischen Cartoon-Stils in Deutschland. Der Zeichner mit dem schnörkellosen Stil arbeitet seit 1995 exklusiv für das Magazin „stern“.
Nicht ohne Grund war er derjenige, der 1995 als Nachfolger des legendären US-Cartoonisten Gary Larson beim „stern“ ausgewählt wurde. Vierzehn Jahre lang – von 1992 bis 2006 – lebte Mette in New York, heute wieder in Hamburg. Der gebürtige Bielefelder sieht deutliche Unterschiede zwischen dem Humor in seinem Heimatland und den USA: „Die Amerikaner wollen ein Thema lustig rüberbringen, und die Deutschen wollen eher belehren.“ Mette selbst liegt die amerikanische Haltung mehr. Ihm sei nicht daran gelegen, den Leuten einen Spiegel vorzuhalten. „Ich bin nicht der, der anderen sagt: ‚Da geht’s lang.’ Ich fühle mich aber stark genug, beim „stern“ zu sagen, was ich meine. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich unbedingt Recht habe.“ Im „stern“ erscheinen Mettes Cartoons seit mittlerweile sechzehn Jahren wöchentlich und exklusiv. Dort bearbeitet er nun drei Themen pro Heft – also ganze 160 Cartoons im Jahr.
Mette wollte immer bei einer Zeitung arbeiten – allerdings ursprünglich als Schreiber. „Aber dann war relativ schnell klar, dass die Leute mich für einen besseren Zeichner hielten.“ Mittlerweile ist das Zeichnen zu seinem Traumjob geworden. „Es ist die Vorstellung, in sehr großer Freiheit das zu tun, was ich möchte. Ohne sich dabei zu verbiegen und dafür auch noch Geld zu bekommen, kommt paradiesischen Verhältnissen gleich.”
„Obwohl ich Kunst studiert habe und großen Respekt vor der Malerei habe, war ich immer an schneller Resonanz interessiert.“, sagt Mette. Und so sind seine Zeichnungen denn auch schnörkellos und pointiert.
Martin Sonneborn, ehemaliger Chefredakteur des Satiremagazins Titanic, sagte über ihn: „Der einzige, bei dem es wirklich schade ist, dass er nicht in Titanic veröffentlicht, ist Til Mette. Er ist ein netter, kluger Mensch, macht die lustigsten Witze und verschwendet diese dann an Stern-Leser.
Im Nachwuchszeichner-Kabinett: Tobias Schülert
Die CARICATURA – Galerie für Komische Kunst hat es sich vermehrt zur Aufgabe gemacht, Nachwuchskünstlern eine Ausstellungsmöglichkeit zu bieten. So werden etwa regelmäßig Arbeiten von Studierenden und Absolventen der Kunsthochschule Kassel gezeigt. Ein neues Konzept soll nun die Ausstellungsfrequenz von Talenten im Bereich der Komischen Kunst in der CARICATURA Galerie noch erhöhen. In der Praxis heißt das, dass von nun an die jeweilige Ausstellung in Rücksprache mit dem Künstler durch ein Nachwuchszeichner-Kabinett ergänzt werden soll. Den Anfang macht zur aktuellen Til Mette- Ausstellung der 1977 geborene Cartoonist Tobias Schülert. Die beiden Zeichner sind einander keine Unbekannten. Bereits vor seinem Studium der visuellen Kommunikation in Bielefeld machte Schülert ein dreimonatiges Praktikum bei Til Mette. Schülert sagt, diese Erfahrung habe ihm aufgezeigt, dass er Cartoonist werden wolle.
Neuestes Buch
Til Mette
Gott, oh Gott...
Lappan Verlag 2011
ISBN: 978-3-8303-3275-6

|