|
Nun sind Nicolaus Mahlers minimalistische
Arbeiten auch durch den Deutschen
Karikaturenpreis geadelt: Beim renommierten
Wettbewerb erhielt der Wiener Comic-Zeichner
den zweiten Preis. Die besten Cartoons des 38-
Jährigen sind noch bis zum 26. Dezember in der
Kasseler Caricatura zu sehen.
Früher hatten Sie Minderwertigkeitskomplexe, weil
Comics nicht als Kunst gelten. Geht es Ihnen
besser, nachdem Sie beim Deutschen
Karikaturenpreis mit dem zweiten Preis
ausgezeichnet worden sind?
Nicolaus Mahler: Meine
Minderwertigkeitskomplexe liegen lange zurück.
Aber gegen sie hätte auch ein Preis nicht viel
ausrichten können. Ich war selbst oft Mitglied einer
Jury und weiß, dass meist nur die Mittelmäßigen
gewinnen. Aber der Preis hat mir 3000 Euro
eingebracht. Das ist nicht selbstverständlich.
Normalerweise sind die großen Comic-Preise
undotiert.
In Frankreich sind Sie ein Comic-Star. Wieso gelten Sie hier zu Lande immer noch als Geheimtipp?
Mahler: Verglichen mit den wirklichen Stars bin ich in Frankreich auch nur ein Geheimtipp. Aber dort
ist der Markt viel größer. Da gibt es Nischen, in denen man gut leben kann. Im deutschsprachigen Raum
gibt es zwar langsam ebenfalls größere Möglichkeiten zum Publizieren, die Frage ist aber, ob man vom
Publikum überhaupt wahrgenommen wird. Hier leistet die Caricatura wertvolle Arbeit.
Ihre Zeichnungen sind sehr minimalistisch. Gilt bei Ihnen das Prinzip: Weniger ist mehr?
Mahler: Auf jeden Fall. Zum einen ist es angenehmer zum Arbeiten. Zum anderen kann der Betrachter
durchatmen. Sonst wird man von so vielen Dingen zugemüllt. Ich bin da schnell sehr überfordert. (mal)
Nicolaus Mahler - Die Zumutungen der Moderne. Caricatura, Kulturbahnhof Kassel: heute 14 bis 20
Uhr, 15. und 16. Dezember 12 bis 20 Uhr, 17. bis 19. Dezember 14 bis 17 Uhr sowie 25. und 26.
Dezember 12 bis 20 Uhr.
www.hna.de vom 13.12.2007
Rubrik: Kultur |