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Wenn es unserer
noch maskulin bestimmten Kultur an den Kragen geht, zumal von femininer
Seite, dann "hat eine Frau nichts zu lachen". Dieser Meinung
jedenfalls war Julia Kristeva - eine Wegbereiterin feministischer
Kulturwissenschaft. Bleibt also ein weibliches Lachen allenfalls
verborgen hinter verschlossenen Türen' und vorgehaltener
Hand', fragt Gerburg Treusch-Dieter? Und läßt sich dies
selbst noch am Feminismus, dem deutschen zumal, ablesen, dessen
Bemühungen zeitweise so ernsthaft verlaufen, daß Marianne
Schuller meint, man könne hier "geradezu von einem Lachverbot"
reden? Gibt es deshalb auch in der offiziellen Kunst des Komischen
dem Anschein nach so wenige Frauen? Sind Frauen hier allenfalls
Opfer patriachaler Späße?
Solche Fragen werden ein gutes Dutzend Expertinnen und Experten
beim Ersten Kasseler Komik-Kolloquium diskutieren, das gemeinsam
vom Wissenschaftlichen Zentrum für Kulturforschung der Universität
Kassel, der Stiftung Brückner-Kühner und dem KulturBahnhof
veranstaltet wird. Ein Erstes' Kolloquium, weil weitere zu
unterschiedlichen Themen bereits für die kommenden Jahre geplant
sind.
An dem Gespräch werden sich auch Künstlerinnen beteiligen,
die in ihrer Person und ihrer Arbeit die Leitfrage der Tagung mit
einem klaren "Doch!" beantworten. Zwei Abende sind ganz
ihnen gewidmet: Am Donnerstag, den 13. April, wird in der Caricatura
die Ausstellung "Haben Frauen was zu lachen?" eröffnet,
die erstmals einen Überblick über Karikaturistinnen vermittelt.
Der zweite Abend zeigt unter dem Motto "Subversion des Lachens"
in Kurzvorstellungen Beiträge aus verschieden Künsten.
Mit dabei sind unter anderem die slovakische Komponistin Viera Janárceková,
die Schriftstellerinnen Felicitas Hoppe und Fanny Müller, die
brasilianische Videopoetin Betty Leirner und die Performerin Sonja
Breuer. Für den Samstagabend ist dann ein öffentliches
Podiumsgespräch vorgesehen, bei dem Erfahrungen und Ergebnisse
des Kolloquiums mit dem Publikum diskutiert werden sollen. Für
das Podium hat sich auch Bundestagsvizepräsidentin Dr. Antje
Vollmer angemeldet, die die Schirmherrschaft über die gesamte
Veranstaltung übernommen hat.
Tagungsgebühr
inkl. der drei Abende: 100,- DM. Anmeldung und Information bei:
Dr. Friedrich W. Block, Stiftung Brückner-Kühner, Hans-Böckler-Str.
5, 34121 Kassel, Tel.: 0561-24304.
www.brueckner-kuehner.de/kkk/

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