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Erstes Kasseler Komik-Kolloquium
 
   
    »Haben Frauen nichts zu lachen?«
   

Termin: 13.-16. April 2000

Ort: im KulturBahnhof

 

Wenn es unserer noch maskulin bestimmten Kultur an den Kragen geht, zumal von femininer Seite, dann "hat eine Frau nichts zu lachen". Dieser Meinung jedenfalls war Julia Kristeva - eine Wegbereiterin feministischer Kulturwissenschaft. Bleibt also ein weibliches Lachen allenfalls verborgen hinter ‚verschlossenen Türen' und ‚vorgehaltener Hand', fragt Gerburg Treusch-Dieter? Und läßt sich dies selbst noch am Feminismus, dem deutschen zumal, ablesen, dessen Bemühungen zeitweise so ernsthaft verlaufen, daß Marianne Schuller meint, man könne hier "geradezu von einem Lachverbot" reden? Gibt es deshalb auch in der offiziellen Kunst des Komischen dem Anschein nach so wenige Frauen? Sind Frauen hier allenfalls Opfer patriachaler Späße?
Solche Fragen werden ein gutes Dutzend Expertinnen und Experten beim Ersten Kasseler Komik-Kolloquium diskutieren, das gemeinsam vom Wissenschaftlichen Zentrum für Kulturforschung der Universität Kassel, der Stiftung Brückner-Kühner und dem KulturBahnhof veranstaltet wird. Ein ‚Erstes' Kolloquium, weil weitere zu unterschiedlichen Themen bereits für die kommenden Jahre geplant sind.
An dem Gespräch werden sich auch Künstlerinnen beteiligen, die in ihrer Person und ihrer Arbeit die Leitfrage der Tagung mit einem klaren "Doch!" beantworten. Zwei Abende sind ganz ihnen gewidmet: Am Donnerstag, den 13. April, wird in der Caricatura die Ausstellung "Haben Frauen was zu lachen?" eröffnet, die erstmals einen Überblick über Karikaturistinnen vermittelt. Der zweite Abend zeigt unter dem Motto "Subversion des Lachens" in Kurzvorstellungen Beiträge aus verschieden Künsten. Mit dabei sind unter anderem die slovakische Komponistin Viera Janárceková, die Schriftstellerinnen Felicitas Hoppe und Fanny Müller, die brasilianische Videopoetin Betty Leirner und die Performerin Sonja Breuer. Für den Samstagabend ist dann ein öffentliches Podiumsgespräch vorgesehen, bei dem Erfahrungen und Ergebnisse des Kolloquiums mit dem Publikum diskutiert werden sollen. Für das Podium hat sich auch Bundestagsvizepräsidentin Dr. Antje Vollmer angemeldet, die die Schirmherrschaft über die gesamte Veranstaltung übernommen hat.

Tagungsgebühr inkl. der drei Abende: 100,- DM. Anmeldung und Information bei:
Dr. Friedrich W. Block, Stiftung Brückner-Kühner, Hans-Böckler-Str. 5, 34121 Kassel, Tel.: 0561-24304.
www.brueckner-kuehner.de/kkk/