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Wer die Lesungen
von und mit Joseph von Westphalen kennt, weiß, daß
das Zelebrieren von Literatur nicht seine Sache ist.
Es sind performanceartige Darbietungen.
Die Süddeutsche Zeitung schrieb: "Der Mann spricht beinahe
schneller als der Schall, kommt vom Hundertsten ins Tausendste und
trifft doch fast immer den Kern der Dinge."
Man kann bei Westphalens Auftritten rauchen, trinken, husten, niesen,
essen, kommen und gehen. Das Publikum macht von diesen Rechten aber
selten Gebrauch, sondern lauscht - allerdings nicht sonderlich ergriffen,
sondern amüsiert - und verlangt oft genug nach zwei Stunden
noch Zugaben.
Joseph von
Westphalen, geboren 15 Tage nachdem Charlie Ventura "Stompin'
At the Savoy" und 20 Tage nachdem Charlie Parker & Co.
den "Congo Blues" bliesen, erwarb sich vor Urzeiten (1985-1990)
mit seinen sogenannten "Entrüstungen" sowie mit einer
Schmähschrift über die Wiedervereinigung den Ruf als "Verhöhnungskünstler"
und "Honorarcholeriker". Dieser Etiketten überdrüssig
begann Westphalen seine Duckwitzromane zu schreiben, in denen Jazz
eine wichtige Rolle spielt. Mit "High Noon", einem Wildwestroman
zur Lage der Nation (1994) sang der Autor der Politikverdrossenheit
ein Hohelied. 1995 gab es für Liebhaber der kurzen Texte wieder
neuen Lesestoff ("Die Geschäfte der Liebe").
1996 erschien ein kurzer festlicher Roman mit dem Titel "Lametta
lasziv", die erste pornographische Fingerübung Westpahlens.
Zur Feier der angeblichen Endzeit erschien der Kurzroman "Warum
mir das Jahr 2000 am Arsch vorbei geht".

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