|
"Pboh!
- Kann ein Ende schonungsloser sein? Ein Mensch, der lauwarm von
der Kachelwand tropft?" Die Buchstabenfolge MOI, so erfährt
man auf Seite 146 von Hartmanns grotesker Satire, ist die Abkürzung
für Maladie d'Origine Inconnue.
Der unbekannte Ursprung dieser Krankheit ist so unbekannt allerdings
nicht: Es handelt sich um ein tödliches Virus, das durch Berühren
der neuen 50-Euro-Scheine übertragen wird. Die monetäre
Seuche zeitigt wahrhaft monströse Folgen.
Die von ihr Infizierten werden unter fürsorglicher Obhut von
Professor Zahl, dem Großmeister des Skalpells, wie Truthähne
zerlegt.
"Hartmanns
verwegener Roman ist aus einem vielstimmigen Nichts gemacht. Aus
wüsten Totengräberspäßen und einsamen Halluzinationen,
aus gelahrten Geistergesprächen und rüdem Krankenschwestergeplapper,
aus dem Geblök der Fernsehindustrie und dem Feiertagsdeutsch
der Sparkassenleiter. Alle kommen zu Wort, jeder redet, so schlecht
er kann." Iris Radisch in der ZEIT.
Heiko Michael
Hartmann, wurde 1957 in Miltenberg geboren. Er studierte Rechtswissenschaft
und Philosophie. Hartmann ist Verwaltungsjurist und lebt in Berlin.
Sein bei Hanser 1997 erschienener Debut-Roman "Moi" wurde
zum Überraschungserfolg des Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs
1996.

|