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Komische Kunst mag im Einzelfall auch auf der documenta zu sehen sein – ihre wahre Heimat hat sie indes längst in der „Galerie für komische Kunst“ im Kasseler KulturBahnhof gefunden. Die „Caricatura III“ ist bereits die dritte Parallelausstellung zu einer documenta und zeigt Werke von 17 wichtigen Künstlern aus dem deutschsprachigen Raum, die besonders eng mit der Caricatura verbunden sind.
Das Ausstellungsmotto – „Die komische Kunst“ – verweist bereits darauf, daß zwar viele Exponate in den Galerieräumen und den sieben Containern auf dem Bahnhofsvorplatz der klassischen Karikatur zuzurechnen sind, darüber hinaus aber auch Malerei und Objekte einen wichtigen Platz einnehmen. Zwei kleine Skulpturen von Gerhard Haderer gehören zu den Schmuckstücken der Ausstellung, ebenso wie eine Reihe neuer Zeichnungen von F.K. Waechter, der zuletzt hauptsächlich für Theater gearbeitet hatte.
Mit seinen Themen immer hart an der Absurdität, und insofern Cartoonist mit Leib und Seele, beschreitet Bernd Pfarr in seinen Bildern energisch den Weg hin zur Malerei. Auch Sebastian Krügers satirische Prominenten-Porträts aus Kunst und Showbiz sind in diesem Zwischenbereich angesiedelt, der von der Karikatur herkommende Künstler offenbar immer mehr fasziniert.
Lichtenberg-Cartoons
Poetische Ölbilder von Rudi Hurzlmeier, hintersinnige Bilder von Ernst Kahl kontrastieren mit harten Cartoons und schrillen Bildern von Til Mette. Bitterböse Zeichnungen von Achim Greser und Heribert Lenz finden ihre Pointen in der Politik und im verrückten Alltag, während Walter Moers sein „Kleines Arschloch“ in die Hände berühmter Künstler gibt.
Auch der Underground-Comic findet nach wie vor auf hohem Niveau statt, wofür unter anderem Eugen Egner steht.
Eine besondere Delikatesse für Lichtenberg-Fans steuert ein Altmeister der feinsinnigen Satire bei: Robert Gernhardts Zeichnungen zu Aphorismen und Aussprüchen des Göttingen Lästermauls. |