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Der Kulturbahnhof ist das erste Etappenziel des documenta-Parcours. Hier, gleichsam in zeitlicher wie räumlicher Tuchfühlung mit den Exponaten der „Hochkunst“, findet in den Räumen der caricatura die nunmehr dritte große Querschnittsausstelllung zu Karikatur, Kritik und Komik statt. Längst schon hat sich die komische Zeichnung davon emanzipiert, lediglich Leitartikel in Tageszeitungen mit optischem Biß zu kommentieren oder auf eher traurigen Witzseiten ein Schattendasein zu fristen. Und längst schon führt die via regia visualisierten Witzes nicht mehr exklusiv über die berühmte „spitze Feder“. Beachtens- und bemerkenswert ist gerade die expansive Vielfalt kunstbildnerischer Medien, Techniken und Materialien, von der zarten Tuscheskizze bis zum die Grenzen der Dreidimensionalität sprengenden Ölbild, von der ins Gewand historischer Malerei drapierten Gouache bis zur Fotografie, von der Skulptur bis zum Strichmännchen, das über abenteuerliche Verwandlungsschritte schließlich gar zum Filmstar mutiert. Die caricatura III ist eine höchst vergnügliche repräsentative Bestandsaufnahme all dieser Formen und Facetten der komischen Kunst, Rück- und Ausblick zugleich – und im besonderen einen Hommage an jene 17 Künstler, die seit ihrer Gründung vor nunmehr jubiläumsträchtiger zehn Jahren in besonderem Maße mit der caricatura verbunden sind. Da ist der Rudi Hurzlmeier vertreten, der Wanderer zwischen „hübscher Idylle und veritabler Sauerei“ (Frankfurter Rundschau), und Robert Gernhardt, der Meister der Bildergeschichte und des Bildergedichts. Ernst Kahl, dessen parallel zur documenta IX gezeigte Installation „Gumibäume“ fasten für den Erhalt des tropischen Regenwaldes“ bei Pflanzenliebhabern für helle Empörung sorgt und zugleich von zahlreichen Betrachtern ehrfurchtsvoll und irrtümlich für ein documenta-Kunstwerk gehalten wurde, wie Walter Moers, der sein „Kleines Arschloch“ einer Stil-Camouflage von Picasso bis Keith Haring aussetzt. F.K. Waechter, der eigens für diese Ausstellung seiner neuen Leidenschaft, dem Theater, einige Pinselstriche lang untreu geworden ist., Bernd Pfarr, der Surrealist des subtilen Irrsinns, und und und ... Namentlich aufgeführt zu werden, verdienten eigentlich alle. Und schon gar sind alle es wert, gesehen zu werden.
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