|
Damenabend bei der CARICATURA: Susanne Fischer (li.) und Fanny Müller (re.), bekannt aus Kowalski, Titanic, taz und mehrere Büchern, sind zu Gast in der Galerie für komische Kunst. In hinreißenden Glossen, Geschichten und Kolumnen berichten die beiden Autorinnen von allem, was das Leben (nicht nur der Frau) in der Stadt und auf dem Land so ausmacht: von der Schwierigkeit, den gerade angesagten Szenen-Club, eine passende Jeans oder auch nur den Mann fürs Leben zu finden, von Kettenbriefen und Verwandtenbesuchen, Grillabenden, Rex-Gildo-Konzert, nervenden Nichten und liebenswerten Arbeitskollegen. Kinobesuchen und immer wieder vom nervenaufreibenden und nicht enden wollenden Kleinkrieg zwischen den Geschlechtern.
>>Im Zug nach Florenz saß mir ein streitendes Paar gegenüber, ich verstand kein Wort, aber sie schien die besseren Karten zu haben. Als sie aufs Klo ging, schmierte er heimlich einen Popel an die Innenseite ihres Mantels. Es war wie zu Hause. Das Patriarchat schlägt zurück.<<(Müller) Hin- und hergerissen zwischen bequemer Genußsucht und anstachelnder Eitelkeit hat es die metropolitane Frau nicht leicht; nicht selten verheißt das Fitnessstudio die letzte Rettung: >>´I want, I want muscles!´dröhnt es rhythmisch aus den Lautsprecherboxen in den Hallenecken. Ich auch, ich auch! Will ich rufen, aber ich kriege ja schon seit einer Viertelstunde keine Luft mehr. ... Bend und step, bend und step, sind wir in SoHo? Schwabbel und schwump müßte es heißen, jedenfalls, was mich betrifft<<(Fischer).
Spätestens beim legendären und gern ausrufenden Rommé-Abend enden dann auch meist die guten Vorsätze: >>Männer spielen, wenn sie spielen. Frauen schätzen ein geselliges Beisammensein mit Schnittchen und vielen verschiedenen Themen, und können dabei auch Karten in der Hand halten. Wenn sie es noch können.<< (Müller)
Aber letztendlich sich sie doch alle immer wieder nur eins: Töchter – oder Mütter. Oder beides: >>Zu Müttern mutierte Frauen bestehen nicht mehr aus Talenten, sondern ausschließlich aus vertanen Chancen, einem leistungsfähigen Schuldgefühlgenerator und einem unbändigen Verlangen nach Herrschaft und Kontrolle, vielleicht mit einem Spritzer Kartoffelsalat garniert. Diese ganze Höllenmaschine dient ihnen als Lebensersatz, wo wir alle sie doch viel lieber leben sehen wurden, außer den leider auch nicht weniger Töchtern, die sich an allen Generationen rächen, indem sie wiederum ihre Kinder der nunmehr Oma anhängen bzw. umgekehrt. So bleibt das Elend immer hübsch in der Welt, wo es ja auch hingehört.<<(Fischer)

|