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Göttingen (css). Gott ist Fußballfan, ebenso wie der Papst. Während ersteres eher die gewagte These eines Karikaturisten ist, läßt sich das zweite schwarz auf weiß nachlesen. Papst Johannes Paul II ist Ehrenmitglied bei Schalke 04 und auch bei der Bunten Liga in Aachen. Wissenswertes über die „satanischen Fersen“ und den „alltäglichen Fußballwahnsinn in Göttingen“ gibt es bis zum 1. September im Städtischen Museum zu sehen. Konzipierte wurde die Ausstellung des Museumsverbundes Südniedersachsen und der Galerie „Caricatura“ in Kassel von Rainer Rohrbach. Der behauptet von sich zwar, „ich bin kein Fußballfan“, doch schon aus Familiensolidarität ist er dem Spiel mit den „elf Freunden, die niemand trennen kann“, zugetan: Sein Bruder Thomas war Profi-Fußballer, zunächst bei Göttingen 05 und dann bei Eintracht Frankfurt, bevor er ins Ausland wechselte.
Selbstgestrickt
In sechs Monaten sammelte Rohrbach Skurriles zum Thema Fußball bei Göttinger Fußballfans zusammen: selbstgestrickter 05-Schal und handgeknüpfter Wimpel, alte Fahnen und Plakate von Schlagerspielen an der Leine. Wäre es nach Museumsberater Rohrbach gegangen, dann wäre die Ausstellung schon zur Europameisterschaft eröffnet worden. Doch es gab Probleme: „Fußball erscheint vielen nicht seriös genug fürs Museum“ sagt Rohrbach. Neben Filmen und Video die den Besucher einen informativen Blick zurück in die deutsche Fußballgeschichte werfen lassen, beispielsweise ins Jahr 1954, als „wir“ Fußballweltmeister wurde, dokumentiert andere Exponate den „alltäglichen Fußballwahnsinn“; Ein Originalstück des Rasens von der Weltmeisterschaft in Rom, eingegossen in Hartwachs oder die Sammlung aller Fußball-Lieder, wie die St. Pauli-Version vom Song „Er gehört zu mir“ in einer Musikbox. Doch nicht jeder Göttinger Fußballfan ist auch Fan eines Göttinger Vereins. Unter der Überschrift 05-find ich blöd erklären zwei Göttinger Jungs, warum sie Bayern München oder die BVB gut finden und daß, sie ihre Bettwäsche mit dem Bayern-Enblem auch nicht fürs Museum hergeben. |