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Noch bis zum 8. September 1996 zeigt die CARICATURA in der Galerie für komische Kunst die große Eugen Egner-Ausstellung »Königliches Amüsement«. Was hier zu sehen ist, sprengt die Grenzen des klassischen Cartoons aufs Erfreulichste. Egners Phantasie ist schrankenlos und unerschöpflich. Mit seinem Werk, das – bekannt aus Titanic, Kowalski, Eulenspiegel, Der Rabe, vielen anderen Zeitschriften und zahlreichen Büchern – nicht nur die Zeichenkunst, sondern auch die Literatur umfaßt, schafft Egner einen Kosmos ganz eigener Art. Am 5. September kommt Egner zu einer Lesung in die Galerie für komische Kunst.
Skurrile Gestalten schlagen sich durch das Leben der Egnerschen Geschichten; viele von ihnen tauchen in den einzelnen Bildergeschichten immer wieder auf: die mutterfixierten Bergmann-Buben etwa oder der sägesüchtige Wolfsmensch Argebrat, der, als eine der Zentralfiguren Egnerscher Paralleluniversen, bereits Legende ist.
Egners Witz zielt selten auf die schnelle Pointe, den folgerichtigen Gag. Was seine Geschichten so reizvoll macht, ist die Lust am wilden Fabulieren, an unerwarteten Wendungen und haarsträubenden Geschehnissen, die stets vorhandene literarische Ebene in all seinen Bildern.
Daß Eugen Egner nicht nur als Zeichner, sondern auch als Autor kurioser Kurzgeschichten und Romane hochgelobt ist, ist allbekannt: »Denn schreiben kann Herr Egner ebenfalls wie so leicht kein zweiter«, rühmte etwa Gerhard Henschel in der Frankfurter Rundschau.
Egner selbst schildert es so, wie er zum Schreiben kam: »Zum einen, auf der passiven Seite, fand ich kaum einen Lesestoff, der mir zusagte. Die allermeisten Literaten gaben sich mit Problemen ab, die mich bestenfalls nicht interessierten. In vielen Fällen sogar warf ich erwartungsfroh aufgeschlagene Bücher unwillig an die Wand. In der Regel schrie ich dann noch lange aus Wut über die ekelhafte Lektüre. Nicht nur ein Buch habe ich unter Verwünschungen zerrissen und seine Bestandteile über das ganze Zimmer verstreut. Jemand, der so unzufrieden mit dem Gebotenen ist, muß zwangsläufig selbst zur Produktion schreiten.«
Zu Egners literarischem Werk gehören die Kurzgeschichten-Sammlung »Als der Weihnachtsmann eine Frau war« (1992) und der Roman »Der Universumsstulp« (1993), aber auch Text-Bild-Bände wie »Aus dem Tagebuch eines Trinkers« (1991), »Meisterwerke der Grauen Periode« (1992) und »Der künstliche Mann« (1992). In den nächsten Wochen erscheinen zwei neue Bücher: die Kurzgeschichten-Sammlung »Getaufte Hausschuhe und Katzen mit Blumenmuster« sowie die Novelle »Was geschah mit der Pygmac-Expedition?«, die Egner bei seiner Lesung dem Kasseler Publikum vorstellen wird.
Donnerstag, 5. September 1996, 20 Uhr, CARICATURA Galerie für komische Kunst, VVK 10.-, Abendkasse 12.- DM.

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